Februar 27th, 2019 by Dirk
Lesezeit: 1 Minute

Zu Crown of Emara von Benjamin Schwer (Pegasus Spiele 2018) habe ich schon eine ausführliche Rezension geschrieben. Nichtsdestotrotz wollte ich mir auch die Solo Variante noch mal im Detail ansehen.

Highscores und „Kampagne“

Die Solo Variante von Crown of Emara ist schlussendlich eine Highscore-Jagd. Man spielt gegen einen „Gegner“, der jedoch nur dazu dient punkteträchtige Karten zu klauen. Im „Kampagnen-Modus“ – ich halte den Ausdruck für etwas übertrieben – kann man sukzessive an der Herausforderung des Spiels wachsen. Der Schwierigkeitsgrad erhöht sich je nachdem, ob man den Gegner bezwingt oder nicht. Das System gefällt mir eigentlich ganz gut, da es die Highscore-Jagd mit einer Herausforderung kombiniert.

Aber an dieser Stelle nicht mehr allzuviele Worte, meine Eindrücke seht und hört ihr im Video…


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Rezension Crown of Emara Pegasus Spiele Rezension Review Wuerfelmagier Würfelmagier
Dezember 12th, 2018 by Dirk

Lesezeit: 5 MinutenDas kleine Königreich Emara sucht einen Thronfolger. Und wir dürfen beweisen, ob wir dessen würdig sind. Aber nur, wenn wir ausreichend Bürger auf unsere Seite bringen und diese auch beherbergen können, haben wir eine Chance auf den Thron. Mal sehen, ob uns das gelingt und was Crown of Emara von Benjamin Schwer sonst so zu bieten hat…


Wie Crown of Emara gespielt wird

Bei Crown of Emara von Autor Benjamin Schwer (u.a. Yeti, Buttons) finden wir ein ganz bekanntes Element aus anderen Spielen wieder: ein Aktionsrondell. Aber bei Crown of Emara gibt es gleich zwei Stück davon – eins für den ländlichen Bereich (da geht es eher um Rohstoffe) und eins für den städtischen Bereich (dort geht es darum, aus den Rohstoffen das Beste herauszuholen – Bürger, Häuser, Berater sowie sonstige Vorteile).

Rezension Crown of Emara Review Pegasus Spiele Wuerfelamgier WürfelmagierDie Bewegung auf den beiden Aktionsrondellen wird über Aktionskarten gesteuert. Diese platziert man an eine freie Anlegestelle seines Spielertableaus. Je nachdem, an welche Stelle man die Karte anlegt, läuft man mit einer seiner Figuren auf dem einen ODER anderen Rondell zwischen einem und drei Schritten im Uhrzeigersinn. Zusätzlich liefert die ausgespielte Karte eine zusätzliche Aktion (bspw. einen Rohstoff oder einen Extraschritt auf dem Rondell).

Pro Runde zieht man drei seiner neun Aktionskarten auf die Hand und spielt sie nach oben beschriebener Logik aus. Hat man dies drei Runden lang getan, ist der persönliche Aktionskartenstapel von 9 Karten leer. Dies wiederholt sich noch einmal, dann ist das Spiel aus. Also, nach insgesamt 6 Runden.

Punkte macht man ebenfalls in zwei Bereichen – bei den Bürgern (Bürgerpunkte) und den Gebäuden (Baupunkte). Man muss also zwei persönliche Punkteskalen im Blick behalten. Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer. Am Ende zählt nämlich der niedrigere der beiden Marker. Ein gutes Gleichgewicht tut also Not. Und dass ist manchmal gar nicht so einfach.

Die angesprochenen ländlichen Regionen liefern eigentlich ausschließlich Rohstoffe. Durch zusätzlich engagierte Handlanger kann man den einen oder anderen Rohstoffertrag noch mal etwas steigern und schaltet sich so auch die Möglichkeit frei, Brote zu backen. Letztere kann man dann auch nutzen, um weitere Einwohner auf seine Seite zu bringen.

Der städtische Bereich setzt die gewonnenen Rohstoffe dann so um, dass wir an Bürger- oder Baupunkte kommen. Die Baustelle bspw. stellt die Möglichkeit bereit, Steine in Baupunkte zu verwandeln und gleichzeitig noch an ein paar Bürgerpunkte zu kommen (über Brote bspw.). Dabei gibt es für letztere noch ein Nachfragerad, dass diesen Effekt immer weiter abmildert, je öfter die Aktion genutzt wird. Ein schlauer Kniff, fördert es doch das Rennen um diese Felder zu Beginn des Spiels. Dieser Mechanismus findet sich auch auf anderen Feldern. So wird beispielsweise die Kirche immer gieriger, je öfter man Darbringungen in einem bestimmten Bereich vornimmt. Freicht erst noch ein Rohstoff als Spende, so sollen es bald schon zwei Fuhren Getreide sein und dann drei.

Und um dem Spiel noch etwas Würze zu geben, gibt es in jeder Runde noch ein Ereignis, das Teile der Regeln leicht abwandelt. Dabei gibt es gute wie schlechte Ereignisse, die allerdings auch für alle Spieler gleichermaßen gelten.

Weitere Punkte gibt es für die Krönung des eigenen Charakters bzw. Den Aufstieg bezahlen wir mit Siegelringen (Gunst des Königs) und erhalten wiederumBürgerpunkte im Gegenzug.

Hat man 6 Runden alles optimiert, werden am Ende noch ein paar Punkte verteilt für übrige Rohstoffe etc. Dann gewinnt der Spieler, dessen niderigster Punktemarker am weitesten vorne steht.


Was an Crown of Emara gefallen hat

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Karte anlegen, laufen, Aktion machen…eigentlich ganz einfach, oder?

Crown of Emara verbindet auf gekonnte Weise viele bekannte Mechanismen, teilweise abgewandelt oder auf das Spiel optimiert. So schafft es ein angenehm komplexes Spielgefühl, ohne jedoch kompliziert zu sein. Da ich bis kurz vor der SPIEL‘18 wenig von dem Spiel gehörte hatte, war ich sehr positiv überrascht. Klar, ist es auch wieder nur ein „seelenloses“ Euro mit austauschbarer Story und Thema. Aber die Mechanismen sind wirklich sehr clever verzahnt und es gibt viele Möglichkeiten an Punkte zu gelangen.

Besonders gut gefällt mir, dass alle Spieler und Spielerinnen am Tisch über die selben Aktionskarten in einer Runde verfügen. Die Reihenfolge variiert zwar bei jedem Einzelnen, aber niemand kann sagen, er hätte dringend diese oder jene Aktion in einer Runde benötigt – er bekommt sie früher oder später alle! Das ermöglicht auch eine gewisse Vorausschau spätestens zu Beginn der zweiten bzw. vierten Runde weiß man ja sehr gut, was einen dann in den letzten drei Karten noch erwartet.

Toll ist auch, wie sehr man von den eigentlich sehr überschaubaren Entscheidungen bei Crown of Emara gefordert wird. Nur drei Karten muss man in drei Slots seines Spielertableaus einfügen, aber man kann sich dabei so viel verbauen.

Sehr clever ist auch die Kombination aus Bürgerpunkten und Baupunkten, die stets dafür sorgt, dass man nicht „die eine“ Strategie anwenden kann. Man muss stets drauf achten, alles in der Waage zu halten, dabei aber nicht zurückzufallen. Erstaunlich ist dabei, wie gut das Spiel ausbalanciert ist. Denn obwohl man ab und an das Gefühl hat, dass dieser oder jener Spieler davonziehen könnte, so sehr wundert man sich, dass man Ende doch recht dicht beieinander steht. Hier haben Autor, Verlag und Redaktion (diese wurde von H@ll Games übernommen) wirklich gute Arbeit geleistet.

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Als Aktionsfiguren gibt es je eine männliche und eine weibliche Spielfigur

Grafisch findet man bei Crown of Emara eine interessante Besonderheit. Das Spiel selbst wurde von Dennis Lohhausen wie immer gekonnt und opulent in Szene gesetzt. Da die reichhaltige grafische Gestaltung aber vielleicht sehr ablenkend wirkt, wurde die Rückseite des Spielplans kurzerhand für eine optische Optimierung genutzt. Dort werden die illustrativen Teile schattiert und die grafisch wichtigen Spielelemente hervorgehoben. Eine tolle Idee! Davon wünsche ich mir mehr. So kann jeder frei entscheiden, ob er es schön oder praktisch möchte. Ähnlich wurde es auch bei Spirit Island gemacht. Auch da hat man die Wahl zwischen schön oder praktisch.

Produktionsseitig ist bei Crown of Emara alles im grünen Bereich. Klassische Euro-Produktion mit guten bis sehr guten Holzeteilen und qualitativ hochwertigen Pappstanzteilen. Das Spiel ist blitzsauber produziert und weiß damit auch haptisch zu gefallen. Einzig die Karten hätte ich mir etwas königlicher gewünscht, bspw. mit Leinen-Finish o.ä. – aber da bin ich auch immer pingelig.

Und am Ende des (Spiel)Tages muss man auch vor dem Autor Benjamin Schwer den Hut ziehen. Bisher ist er eher mit leichteren Titeln und Kinderspielen in Erscheinung getreten, scheint aber im Geheimen an diesem komplexeren Spiel gearbeitet zu haben. Die Arbeit an Crown of Emara hat sich gelohnt und er legt mit seinem ersten komplexen Spiel einen wirklich tollen Titel vor, der mir und den anderen Spielern aus meinem Umfeld ausgesprochen gut gefällt. Wir freuen uns auf mehr von ihm in diesem Bereich.


Was an Crown of Emara nicht gefallen hat

Ein Tipp: Spielt es nicht mit Menschen, die zu Entscheidungsparalyse neigen. Denn Crown of Emara erfordert kluge Entscheidungen auf vielen Ebene. Mit welcher Figur laufe ich wie viele Felder und wie setze ich meine Ressourcen für Zusatzaktionen ein?! All das führt bei dem ein oder anderen anscheinend zu einer Gehirnlähmung. Das kann das an sich sehr schnell laufende Spiel dann doch sehr in die Länge ziehen.

Eine Kleinigkeit, die ab und an Zünglein an der Waage und damit Stein des Anstoßes für eine kleine Unwucht sein könnte, sind die Ereigniskarten. Entweder kommen sie zur Unzeit (bspw. bekommt man gerade in der Runde, in der man kräftig bauen möchte weniger Baupunkte) oder zu einem eher glücklichen Zeitpunkt. Dies mag in einem sehr kalkulierbar erscheinenden Spiel etwas komisch wirken. Da sowohl die positiven als auch die negativen Ereignisse aber auch nicht so sehr reinhauen, ist es noch im Rahmen und lockert die ein oder andere Spielsituation auch etwas auf.

Es mag überraschen, aber mir fallen wirklich keine ernsthaft negativen Punkte am Spiel an sich ein, die mich massiv gestört hätten. Sogar eine Spielerhilfe war dabei. Allenfalls notorische Nörgler könnten nun die Nadel im Heuhaufen suchen und auch noch nach Buch-Token aus Holz verlangen. Aber das tut wirklich nicht Not.


Fazit zu Crown of Emara

Man darf ja auch als Blogger noch überrascht werden. Und so ist Crown of Emara für mich die positivste Überraschung im diesjährigen Euro-Spiele-Bereich. Ich habe wenig erwartet und bekam viel. Autor und Redaktion haben bei Crown of Emara ganze Arbeit geleistet und liefern beste Euro-Kost mit opulenter grafischer Gestaltung von Dennis Lohhausen kombiniert mit einem grafischen Kniff für mehr Übersicht. Der Verlag liefert eine nahezu perfekte Produktionsqualität dazu. Die Einfachheit der Aktionswahl über Karten und die beiden Landschaften zu Aktionswahl zusammen mit der geschickten Verbindung der beiden Punktenarten ist einfach nur gut. Jede Partie hat mir Spaß gemacht und ich werde das Spiel definitiv noch oft spielen wollen.


Links zu Corwn of Emara

Seite des Verlags

Boardgamegeek-Seite

Autorenseite bei Boardgamegeek


Vielen Dank an Pegasus Spiele für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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