Category: First Look

Fountain of Youth osprey Games Peer Sylvester First Look Review Rzension Wuerfelmagier Würfelmagier
Oktober 23rd, 2018 by Dirk
Lesezeit: 3 Minuten

The Lost Expedition ist ein tolles kooperatives Kartenspiel von Peer Sylvester. Ich habe mich schon mit dem Nachfolger, der in der Welt von Judge Dredd spielen wird, beschäftigt. Die Erweiterung für das tolle kooperative Kartenspiel The Lost Expedition ist kurz vor der Spiel‘18 verfügbar gewesen, also direkt gekauft und reingeschaut.


Was drin ist

Fountain of Youth osprey Games Rezenmsion review First Look Wuerfelmagier WürfelmagierWas erwartet man bei einer Erweiterung für ein Kartenspiel? Klar, Karten eben. Das Ganze verpackt in eine wunderschöne kleine Schachtel, die die Karten in einem senffarbenen Pappeinsatz fixiert. Nun denkt ihr, ich spinne, dass ich das hier so aufwändig beschreibe. Tue ich vielleicht, aber es hat mir einfach so gut gefallen diese Schachtel zu öffnen.
Die enthaltenen Karten sind unterschiedliche Module für das Basisspiel, mit denen sich das Spiel maßgeblich anpassen und verändern lässt.


Was sich ändert

Eigentlich gar nicht viel. Die Module werden analog zu den bereits vorhandenen Karten in das Basis-Kartendeck gemischt. Jedes Modul ist aber wirklich unterschiedlich und bringt andere Aspekte ins Spiel.

Neue Freunde

Die neuen Freunde sind Zusatzcharaktere, die die Abenteurergruppe verstärken. Sie funktionieren wie die Forscher selbst, haben Lebenspunkte und können auch sterben. Allerdings muss weiterhin mindestens einer der Forscher das Ziel erreichen. Ein Begleiter alleine reicht nicht. Sie sind vor allem notwendig, wenn man mit der Erweiterung spielt, um die Schwierigkeit etwas zu reduzieren. Ein Einsatz im reinen Basisspiel ist auch möglich, macht es aber meines Erachtens zu einfach.

Eine Quelle

Das namensgebende Modul The Fountain basiert auf einer Legende um Conquistadoren, die sich auf die Suche nach einer Quelle ewiger Jugend gemacht haben. Leider haben sie da wohl nicht verstanden, dass es eher um ewiges Leben ging. 🙂 Und so schleichen die Jungs immer noch durch den Urwald und versuchen ihre Quelle zu schützen. Das Spiel wird durch dieses Modul angeblich deutlich schwerer und es wird empfohlen, einen der neuen Freunde mitzunehmen.

Werbiester

Das zweite Zusatzmodul mit dem Titel The Mark (übersetzt etwa mit Das Kennzeichen) bringt einen ganz neuen Aspekt in das Spiel. Wird einer der Abenteurer gekennzeichnet, dann ist das quasi der Beginn einer Verwandlung. Er wird zu einer Art Werbiest und droht sich jederzeit zu verwandeln. Dazu wird unter seine Charakter die Werebeast Karte geschoben. Bei einer zweiten Karte mit der Eigenschaft Mark verwandelt er sich dann. Ist das schlimm? Na ja, so halb. Denn wir können nun auf die Spezialfähigkeit des Biests zurückgreifen. Anstatt Munition auszugeben, lassen wir einfach unser Werbiest angreifen und geben einen Lebenspunkt ab. Praktisch, aber auch schnell erschöpft. Also gut einteilen unseren Teen Wolf… 🙂

Ein Berg

Das dritte Story-Modul trägt den Titel The Mountain und verändert den Weg hin zum Ziel, indem man über einen Berg laufen muss. Dazu werden die ursprünglichen Wegkarten des Basisspiels durch die aus der Erweiterung ersetzt. Man startet im Basis-Camp und muss nun über verdeckt ausgelegte sogenannte „Slope“-Karten (übersetzt in etwa „Steigungskarten“) mit der Spielfigur laufen. Betritt man eine der Karten, wird sie aufgedeckt und liefert eine zusätzliche Hürde. Denn bevor man nun die eigentlichen Karten erledigt, muss man die auf der jeweiligen Slope-Karte genannte Bedingung abhandeln. Neu dazu kommt die Aktionsmöglichkeit Scout mit der man sich die obersten drei Karten des Nachziehstapels ansehen kann und entscheidet, ob man diese in beliebiger Riehenfolge zurücklegt oder alle drei aus dem Spiel entfernt.


Ich mag modulhafte Erweiterungen, erhöhen sie doch die Varianz und ermöglichen eine schrittweise Hinzunahme neuer Regeln. Und ich habe The Lost Expedition nun schon so oft gespielt, dass ich mich auf die erste Partie mit Erweiterung wirklich sehr freue.

Einen Einblick in das Spiel erhaltet ihr in meinem Video der Reihe „Der Solist“ auf YouTube.

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The Awakening Rezension Ersteindruck Wuerfelmagier Würfelmagier
Oktober 19th, 2018 by Dirk
Lesezeit: 5 Minuten

Escape Räume, Escape Spiele, eigene Escape Räume in Schulprojekten oder zu Hause. Kaum eine Spielekategorie hat in den letzten Jahren so stark an Fans gewonnen, wie die Escape Spiele. Befeuert wurde das Ganze natürlich durch die grandiose EXIT-Reihe bei Kosmos des Autorenpaares Inka und Markus Brandt. In der Folge gab es eine Vielzahl weiterer Veröffentlichungen und auch das Segment der Krimispiele wurde neu belebt. Entscheidend für den großen Erfolg ist auch, dass Escape Spiele nicht nur von uns Geeks gespielt werden, sondern auch als „Zeitvertreib“ von Nichtspielern eine breite Akzeptanz erfahren. Gerade zu Anlässen wie Silvester oder Geburtstagen spielen sich viele gerne durch ein Escape Spiel.

Nun geht Board&Dice mit The Awakening  aus meiner Sicht den nächsten logischen Schritt und verheiratet ein Escape Game mit einem anderen Trend in der Brettspielindustrie – dem Storytelling. Ich hatte bereits bei Ankündigung von den Plänen berichtet, konnte nun aber auch einen ersten Eindruck gewinnen, da Board&Dice mir den finalen Prototyp zugesendet hat.

The Awakening Review Wuerfelamgier WürfelmagierIn The Awakening lenken wir gemeinsam die Geschicke eines Vaters, der mittels eines spirituellen Rituals versucht, seine Tochter aus dem Koma zu erwecken. Dabei dringt er – ich denke soviel darf ich verraten – in eine Art Zwischenwelt ein, bestehend aus Versatzstücken seiner und ihrer Erinnerungen. Das Spannende ist nun weniger, dass man im Verlauf des Spiels Rätsel lösen muss – das ist wohl von vornherein klar gewesen, sondern, wie man zu diesen gelangt.

 

Wie The Awakening gespielt wird

Anders als bei den existierenden Escape Spielen, bei denen man mehr oder weniger linear alle Rätsel in einer bestimmten Reihenfolge lösen muss, steht man bei The Awakening immer wieder vor Entscheidungen. Und diese Entscheidungen beeinflussen, ob welche Teile des Storybaums man sieht oder nicht bzw. wie es in der Story weitergeht. Dazu kommt, das man sich, ganz im Stile von T.I.M.E. Stories, an den einzelnen Orten auf eigene Faust umsehen muss.

Den Kern für das Vorankommen liefert das Spielbrett, eingeteilt in zwölf Segmente (A-D und 1-3), auf das dann die sogenannten Ortskarten (Location cards) gelegt werden. Dazu gibt es je Szenario eine vorgegebene Zahl an Aktionsmarkern als eine Art Zeiteinheiten (im ersten Szenario bspw. 6 an der Zahl) und eine Mapping Tabelle, die die einzelnen Bereiche des Spielbretts den Abschnitten im Storybuch zuordnet. Die Aktionsmarker werden eingesetzt, um die einzelnen Bereiche des jeweiligen Ortes zu untersuchen. Einen solchen Aktionsmarker platziert man auf dem untersuchten Bereich (bspw. Auf B2) und schaut auf der Mapping Karte, welcher Abschnitt aus dem Storybuch diesem zugeordnet ist und liest. Damit kann man als Gruppe entscheiden, was man sich anschaut und wofür man seine vorhandene Zeit (dargestellt durch die Aktionsmarker) einsetzt.

The Awakening Review Wuerfelamgier Würfelmagier

Der Aufbau zu Beginn des Spiels.

Sind die Aktionsmarker aufgebraucht, muss man eine der Untergangskarten (Doom cards) umdrehen, diese vorlesen und die Anweisungen befolgen. Die einzelnen Untersuchungen fördern dann – was sonst – Rätsel zu Tage, die man lösen muss, um in der Geschichte weiterzukommen.

Die Rätselkarten sind mit Symbolen versehen – kommt mir bekannt vor ;-). Die Symbole wiederum finden sich auch in der zugehörigen App, über die man die Lösungen einträgt. Somit bildet diese web-basierte App ein wichtiges Herzstück. Man erfährt hier, wie viele Karten man für das Rätsel benötigt, um es lösen zu können und kann sich Tipps oder sogar die Lösung anzeigen lassen, wenn alle Tipps nicht helfen. Wichtig ist, dass man ohne diese elektronische Hilfe das Spiel NICHT spielen kann, da ansonsten keine Lösungsmöglichkeiten beiliegen. Wer also diese Art der Unterstützung nicht mag, der sollte besser an der Seitenlinie bleiben.

 

Wie uns The Awakening gefallen hat

Man konnte es oben schon etwas durchhören, The Awakening hat uns durchaus gut gefallen. Es ist vor allem die Verbindung aus nicht linearem Storytelling und den guten Rätseln, die uns gefallen hat. Über die Qualität und Schwierigkeit der Rätsel möchte ich nicht abschließend urteilen, das überlasse ich dem Krimimaster Stephan, aber im Rahmen meiner bisherigen EXIT und Escape Erfahrungen waren die Rätsel absolut in Ordnung. Das eine oder andere war dabei, das uns etwas einfach vorkam, aber an anderen haben wir schon etwas länger getüftelt.

The Awakening Review Wuerfelamgier Würfelmagier

Das Story Buch führt uns Schritt für Schritt durch das Abenteuer…

Toll finde ich die Idee mit den Aktionsmarkern und dem „Open World“-artigen Konzept. Was wann und wie zuerst angesehen und untersucht wird, obliegt in den meisten Fällen uns. Auch können wir entscheiden, ob wir in dem eigentlich abgeschlossenen Raum noch länger verweilen oder ob man weiterziehen möchte.

Die Story steht bei The Awakening im Mittelpunkt, war für meinen Geschmack aber zunächst etwas abgegriffen. Mädchen im Koma, Vater führt geheimes Ritual durch und ab in die Traumwelt. Das ist mir bisher etwas wenig. Zudem erscheint das zunächst ernst erscheinende Thema des Mädchens im Koma zunächst nur im Hintergrund zu lauern. Aber wer weiß, was da noch kommt. Außerdem ist es ohnehin eine reife Leistung für den kleinen Verlag ein solch komplexes Machwerk zu stemmen. Dazu braucht es schon viel Konzentration und Hingabe. Die wurden aber auf jeden Fall investiert.

Hervorzuheben sind noch mal die Bilder auf den Karten, die die Stimmung meiner Meinung nach sehr gut einfangen und wären die Karten und Schriften etwas größer, dann könnte man sogar bei gedämpftem Licht spielen. Das ist jedoch kontraproduktiv, da die ohnehin düster gestalteten Bilder dann vielleicht nur schwer erkennbar wären.

Und noch etwas macht The Awakening besonders im Vergleich zu anderen Escape Spielen – kein Zeitdruck! Es gibt keine Uhr, die mitläuft, keinen Timer, keine Punkte oder Minuspunkte. Man spielt sich einfach in der gebotenen Geschwindigkeit durch das Szenario. Und wenn man mal kurz das Popcorn aus der Mikrowelle holen muss oder zum Pizza essen unterbricht, dann ist das auch kein Problem. Das hat einen weiteren Vorteil: Man kann den Spielstand speichern. Dazu gibt es am Ende der Regel eine Tabelle, in die man einträgt, welche Karten man hatte und welche Stellen man bereits untersucht hat und kann so das Spiel auch jederzeit vertagen. Bei einer Spieldauer von angegebenen 180 – 360 Minuten auch durchaus ein notwendiges Feature.

Nun bleibt nur noch die Sprachbarriere. Derzeit ist das Spiel nur auf englisch zu bekommen. Wer dessen nicht besonders gut mächtig ist, muss sich aber nicht grämen, sondern darf sich auf 2019 freuen. Der Kosmos Verlag wird dieses Spiel in Deutschland verlegen und steht schon in den Startlöchern. Und wenn sich ein so Escape-Game-erfahrener Verlag wie Kosmos für ein solches Spiel entscheidet, dann ist das schon auch ein Zeichen für Qualität.

 

Fazit zu The Awakening

Für mich ist die Kombination aus Story und Rätseln die nächste logische Weiterentwicklung der Escape Spiele. Bisher waren die Stories eher eine Art Rahmen für die Rätsel. Durch die Nicht-Linearität wird sie zum Treiber. Und so finden wir mit The Awakening eine Art analoges Point&Click-Adventure vor, das uns Spaß gemacht hat und bei dem wir uns schon auf die Fortsetzung freuen. Und apropos Fortsetzung: Das System ist – wie auch schon EXIT – unendlich erweiterbar, sogar Lizenzprodukte wären denkbar und gemäß Aussage von Board&Dice wird direkt nach der Messe in Essen mit der Entwicklung des nächsten Teils begonnen.

Board&Dice findet ihr auf der Spiel in Essen in Halle 2 Stand B-106

Vielen Dank an Board&Dice für die Bereitstellung dieses Preview-Exemplars.

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Mai 29th, 2018 by Dirk
Lesezeit: 5 Minuten

Reykholt von Uwe Rosenberg hat alleine durch das Posten des schönen Covers im Herbst letzten Jahres bereits sehr viel Aufmerksamkeit bekommen. Vom Spiel selbst war nicht viel bekannt. Ich hatte jetzt Gelegenheit, einen ersten Blick auf den Prototyp von Reykholt zu werfen und eine erste Partie zu spielen. Die Eindrücke dazu möchte ich mit euch teilen.


Wie Reykholt gespielt wird

Typisch Uwe Rosenberg gliedert sich jede Runde in verschiedene Phasen Zeiten: Arbeitszeit, Erntezeit, Tourismuszeit und Heimkehrzeit. Ziel des Spiels ist es auf der Tourismusleiste am Ende des Spiels vorne zu stehen, indem man sein Gemüse am effizientesten an die Touristen vermarktet und verkauft. Dazu baut man Gemüse in seinen Gewächshäusern an, erntet es und sät wieder neues aus.

Aktionstableau von Reykholt

Wir stehen noch ganz am Anfang und planen unsere ersten Aktionen…

In der Arbeitszeit schickt man seine drei Arbeiter los, um unterschiedliche Aktionen zu auszuführen. Die Möglichkeiten gliedern sich in vier Kategorien: Aktionen im Gewächshaus, am Markt, in der Flur oder im Rathaus. Jede dieser Kategorien zielt  auf eine bestimmte Art von Aktion ab. Im Gewächshausbereich bekommt man beispielsweise neue Gewächshäuser, im Flurbereich sät man neue Gemüsesorten aus, im Marktbereich erhält man Gemüse und im Rathaus-Bereich kann man durch die Abgabe von Gewächshäusern Schritte auf der Tourismusleiste zurücklegen oder eine der sogenannten Servicekarten nutzen.
Erhält man neues Gemüse, kommt es zunächst in den persönlichen Vorrat. Möchte man Gemüse in einem Gewächshaus aussäen, benötigt man ein leeres Gewächshaus, in das man einen Gemüse-Chip legt. Dieser vermehrt sich auch magische Weise augenblicklich und man füllt das Gewächshaus mit gleichen Chips der selben Sorte auf. Die Gewächshäuser sind jedoch spezifisch für die verschiedenen Gemüsesorten und müssen daher mit Bedacht ausgewählt werden.
Die Arbeitszeit ist die wichtigste der vier Phasen, denn hier legt man den Grundstein für die folgenden Phasen. Hat man hier schlecht geplant oder gewirtschaftet, dann wird sich das in den folgenden Phasen rächen.

In der Erntezeit wird geerntet – wer hätte das gedacht. Man nimmt sich aus jedem Gewächshaus einen Gemüse-Chip. So einfach ist das mit dem Ernten…

Reykholt

Das Gästebuch dient als schmucker Rundenzähler, oben sieht man die unterschiedlichen Gewäschhäuser

Die Tourismuszeit steht für die Interaktion mit den Touristen. Diese fordern bestimmte Gemüsesorten, die man dann verkauft und dementsprechende Schritte auf der Tourismusleiste vorangeht. Jeder Schritt erfordert die Abgabe einer bestimmten Menge von genau einer Sorte Gemüse – also zum Beispiel zuerst drei Tomaten, dann drei Salatköpfe und so weiter. Dabei ist es Pflicht mindestens bei einem der Schritte nichts abzugeben, sondern die entsprechenden Gemüse-Chips als Prämie zu erhalten. Thematisch schwierig zu verargumentieren, verhindert es, dass man sich komplett in eine Sackgasse manövrieren kann. Betritt man ein Feld der Tourismusleiste als Erstes, setzt man sich ans Ende des jeweiligen Feldes. Alle nachfolgenden Spieler setzen sich anschließend davor.

Die schönste Zeit ist die Heimkehrzeit. Alle Arbeiter kehren zurück und freuen sich auf die nächste Saison. Das wunderschön gestaltete Gästebuch wird eine Seite weitergeblättert und es geht von vorne los.

Nach sieben Runden endet das Spiel und der Spieler, der auf der Tourismusleiste am weitesten vorne steht gewinnt das Spiel. Gleichstände gibt es durch die oben beschriebene Ankunfts-Regel nicht und somit auch keine Tie-Breaker-Regeln.

Unser Uwe bedient natürlich auch die wachsende Gemeinde der Solo-Spieler, wie bei fast all seinen Spielen. So wird auch Reykholt einen Solo-Modus haben. Dabei sind dann einige Aktionen für eine Runde nicht nutzbar, in der nächsten Runde aber wieder frei, dafür die gerade genutzten Felder gesperrt. Die Solo-Partie verläuft nur über 5 Runden. Ziel ist es eine bestimmte Position auf der Tourismusleiste (den ersten 5er Tisch) zu erreichen. Schafft man es darüber hinus, gibt es Extra-Punkte und auch überschüssige Gemüsesorten bringen dann noch mal Punkte. Klingt erst mal nach einer guten Solo-Variante, gespielt habe ich sie leider noch nicht.


Was an Reykholt gefallen hat

Einfach schön gemacht – die grafische Gestaltung

Reykholt hat einen ganz klaren Ablauf und weiß durch eine gute Struktur zu gefallen. Hier ist wenig Überschuss dran und die einzelnen Spielzüge gehen gut von der Hand. Hat man sich vorab überlegt, was man machen möchte – und diese Option ist auch noch vorhanden -, dann dauert ein Spielzug manchmal nur Sekunden.

Dem Planen der Züge kommt bei Reykholt besondere Bedeutung zu, muss man doch darauf achten, dass man für die nächste Tourismusphase die richtigen Gemüsesorten parat hat, um Schritte zu gehen. Zudem muss man sich überlegen, bei welchem Schritt auf der Tourismusleiste man die entsprechenden Gemüse-Chips als Prämie nimmt, um sie dann in der folgenden Runde möglichst optimal einzusetzen. Das Planen macht wirklich Spaß und ist aufgrund des sehr schlanken Designs auch von Gelegeheitsspielern gut zu überblicken.

Das Thema von Reykholt ist recht einzigartig und weiß in Verbindung mit der schönen grafischen Gestaltung von Lukas Siegmon zu gefallen. Grafisch gefällt mir das Spiel bereits in diesem fortgeschrittenen Prototypenstadium, da man die finale Grafik und die entsprechenden Illustration bereits gut erkennen kann. Das wird sicherlich viele Menschen ansprechen, da bin ich mir sicher. Reykholt fällt hier in eine Kategorie mit Spielen wie Indian Summer und Cottage Garden – es ist einfach schön anzusehen…

Der obligatorische Uwe-Solo-Modus ist eine tolle Dreingabe für alle, die entweder keine Mitspieler finden oder das Spiel vorab schon mal alleine ausprobieren wollen.


Was an Reykholt nicht gefallen hat

Das beschauliche Örtchen Reykholt hat auch seine Schattenseiten. Die oben beschriebene Schnelligkeit, mit der man manchmal seine Züge ausführt kann mitunter auch frustrieren. Grübeln die Gegner recht lange an ihrem Zug, ist es schon etwas komisch, wenn man selbst seinen Arbeiter platziert, einen Pilz nimmt und nach etwa einer Sekunde fertig ist mit seinem Spielzug, dann aber wieder warten muss, bis alle fertig gegrübelt haben. Mag sein, dass sich das bei der zweiten oder dritten Partie beschleunigt.

Die Interaktion zwischen den Mitspielern ist zudem nicht sonderlich hoch. Habe ich meinen Zug gemacht, kann ich mich eigentlich zurücklehnen und muss nur hoffen, dass meine Gegner mir meine geplanten Optionen beim Wählen der Aktionen nicht zunichte machen. Das ist – zumindest in der gespielten Grundvariante – alles an Interaktion. Da aber neben den Servicekarten, die wir genutzt haben, bei Reykholt noch eine große Menge weiterer Karten im Spiel sind, kann es sein, dass da später noch mehr Interaktion hinzukommt. Das bleibt jedoch abzuwarten, denn ich bezweifle, dass das Spiel allzu viele Take-That-Elemente aufweisen wird.

Ich hätte mir hier mehr Interaktion und ggf. noch ein paar verdeckte Elemente gewünscht. Sämtliche Informationen liegen offen und sind ein- und damit auch vorhersehbar. Somit weiß man auch recht gut, was die Gegner sich an Schritten noch leisten können und wie weit sie auf der Tourismusleiste noch kommen. Am Ende fehlt das Überraschungselement und der Turnaround, der noch mal richtig Emotionen weckt.


Erster Eindruck zu Reykholt

Reykholt ist ein solides Spiel, das durch einen einfachen und klaren Ablauf und klare Zielsetzung zu gefallen weiß. Die geringe Interaktion und die Offenheit der Informationen über des Gegners Vorrat machen es aber auch sehr plan- und vorhersehbar. Grundsätzlich würde ich es in den Bereich der Kennerspiele einsortieren, da es für ein Familienspiel zu viele Optionen bietet, dem Experten vielleicht aber auch ein wenig zu harmlos ist.

Frosted Games hat mit Reykholt ein solides Kennerspiel ins Programm aufgenommen, welches alleine durch den Namen des Autors und das hervorstechende grafische Design seine Abnehmer finden wird.

Wie immer der Hinweis, dass es sich um eine Momentaufnahme im Prototypenstadium handelt und sich aufgrund der redaktionellen Arbeit noch mal Änderungen ergeben können.

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First Look Merlin Erweiterung Queen Games
April 23rd, 2018 by Dirk
Lesezeit: 2 Minuten

Wenn man ein  Wochenende auf einem Spieletreffen verbringt, bei dem auch ein oder mehrere Autoren anwesend sind, dann hat man in der Regel auch die Möglichkeit den ein oder anderen Prototyp zu spielen. So geschah es, dass ich den Prototyp der Merlin-Erweiterung von Stefan Feld mit ihm gemeinsam spielen durfte.

Zu Merlin möchte ich jetzt keine ausschweifenden Worte verlieren, Details dazu könnt ihr hier finden. Was bringt die Erweiterung nun alles rein? Gar nicht so viel, aber es macht eine Menge aus.

Zunächst mal kommt eine zweite Figur ins Spiel, die durch alle Spieler genutzt werden kann. Artus bekommt sein eigenes Aktionsrondell in der Mitte. Somit wird das Rondell des Grundspiels durch eine Auflage überdeckt werden. Artus bewegt sich auf dem Rondell wie Merlin im oder auch gegen den Uhrzeigersinn und wird über eine eigene schwarzen Würfel durch jeden Spieler gesteuert. Somit bieten sich nun mehr Möglichkeiten, um attraktive Aktionsoptionen zu finden. Eine der neuen Artus-Aktionen ist bspw. das Anheuern von Barbaren (klar, das kann nur der Chef selber machen).

Merlin Queen Games Erweiterung Prototype

In der Mitte sieht man das neue Aktionsrondell, links am Rand die neuen Barabaren

Die Barbaren sind also die nächste Neuerung der Erweiterung. (Kleiner Einschub: Der Prototyp  von Merlin hieß mit Arbeitstitel übrigens Barbaren Manager). Sie bringen beim Anheuern einen Vorteil und haben unterschiedliche Werte (1-6). Die Sofort-Boni der Barbaren reichen von Rohstoffen bis zum Platzieren von Einflusssteinen in bestimmten Fürstentümern. In jeder Wertungsphase wird dann zusätzlich geschaut, wer die meisten Barbarenpunkte gesammelt hat. Der/die Spieler mit den meisten Barbarenpunkten erhält/erhalten drei Punkte, der/die mit den wenigsten muss/müssen drei Punkte abgeben.

Zu guter Letzt werden zwei der Flaggen geändert – die schwarze und die graue. Die graue Flagge ermöglicht es nun einen Würfelwert um einen Punkt zu erhöhen oder zu verringern. Und hier wird es interessant, denn das geht auch auf 7 oder 0! Das heißt, durch diese Flagge kann man eine Aktion auch zweimal hintereinander ausführen oder besonders weit auf dem Rondell voranschreiten. Die neue schwarze Flagge ermöglicht nun einen beliebigen Würfel für eine andere Figur zu nutzen. So kann man bspw. einen der eigenen Spielerwürfel für eine Bewegung von Merlin nutzen.

Klingt diese Erweiterung erst mal nicht nach allzuviel Veränderung, so ändert sich doch durch die von Stefan Feld eingefügten Kniffe einiges am Spielgefühl. Auch wenn ich nur eine Partie absolviert habe und noch keine Langzeiterfahrung sammeln konnte, zeigt sich, dass sich deutlich mehr Variabilität im eigenen Spielzug bietet. Die neue Artus-Figur mit ihrem eigenen Aktions-Rondell und die neuen Flaggen-Optionen bieten hier zahlreiche Ansatzpunkte sich nicht so eingeschränkt zu fühlen, wie das manchmal im Grundspiel der Fall war. Insgesamt ist dies meines Erachtens gar keine Erweiterung im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine Weiterentwicklung, die auch einige Schwachpunkte des Grundspiels lösen kann. Schon in diesem Stadium für mich Pflicht, da das Grundspiel ungemein gewinnt, ohne jedoch durch unnötige Optionen wesentlich komplexer zu werden. Ich bin gespannt, wie viel vom gespielten Prototyp nachher umgesetzt wird, aber das Ganze fühlte sich schon sehr rund an.

Link zur Verlagsseite…

Hinweis: Alle oben getätigten Aussagen beziehen sich auf den aktuellen Stand des am 21.04.2018 gespielten Prototypen. Begriffe und einzelne Mechaniken können sich bis zum Erscheinungstermin noch ändern.

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Februar 9th, 2018 by Dirk
Lesezeit: 3 Minuten

Ich fand es ja sofort sehr interessant vom Konzept her und habe mich schon länger mit dem Spiel auseinandergesetzt (siehe auch hier). Die Art des Storytellings mit einem Buch zum Durchspielen passt einfach perfekt zu diesem Mini Dungeon Crawler. Nun ist das Ganze bei Plaid Hat Games auf englisch erschienen, was sich für meine Zwecke bei einem solch storylastigen Spiel nicht wirklich eignet. Dennoch war ich natürlich neugierig und habe einen ersten Blick in die Schachtel geworfen und das Spiel angetestet. Meine allersten Eindrücke möchte ich mit euch ganz frisch teilen.


Wie Stuffed Fables gespielt wird

Zunächst beginnt man mit einem kurzen Regelstudium und dem Aufbau des Spiels. Dabei lernt man schon mal die einzelnen Elemente des Spiels und die Kartenarten sowie Charakter-Sheets kennen. Dann lernt man noch etwas über den grundsätzlichen Ablauf des Spielzugs und die grundsätzliche Funktion der einzelnen Aktionen. Anschließend stürzt man sich auch schon ins Abenteuer…

https://www.plaidhatgames.com/images/games/stuffed-fables/rules.pdf

Stuffed Fables Spielsituation Plaid Hat Games Wuerfelmagier Würfelmagier

Stehen auf Bücher – die Minitauren von Stuffed Fables

Stuffed Fables wird grundsätzlich von Würfeln angetrieben. Jede Würfelfarbe ist dabei einer bestimmten Aktion zugeordnet, kann aber auch universell für bspw. Bewegungen genutzt werden. Bestimmte Aktionen fordern allerdings bestimmte Würfelfarben.
Ein Spielzug beginnt stets damit, dass man aus dem schwarzen Beutel genau fünf Würfel zieht. Mit diesen bestreitet man dann seinen Spielzug.
Schwarze Würfel werden zur Seite gelegt, sie steuern, wann die Gegner erscheinen oder andere Ereignisse ausgelöst werden. Ist eine bestimmte Menge erreicht, agieren die Gegner auf dem Plan oder es passieren story-relevante Ereignisse.
Weiße Würfel ermöglichen ein Auffüllen der Lebenspunkte (Watte ist hierbei das Mittel Wahl, wenn man Lebenspunkte verloren hat oder welche dazu gewinnt).
Die restlichen gezogenen Würfel werden immer erst dann geworfen, wenn sie im Rahmen einer Aktion zum Einsatz kommen. Mögliche Aktionen sind bspw.:
Bewegen (mit jedem Würfel in Abhägigkeit der Augenzahl)
Suchen (gelber Würfel als Prüfwurf mindestens bestimmte Augenzahl zu erreichen)
Nahkampf/Fernkampf (roter/grüner Würfel als Prüfwurf um den Abwehr-Wert des Gegners zu übertreffen).

Darüber hinaus gibt es je nach Szenario noch verschiedene Möglichkeiten Würfel einzusetzen wie bspw. bei Skill-Würfen, bei denen man mit bestimmten Farben einen vorgegebenen Wert überschreiten muss. Rosa Würfel sind dabei stets ein Substitut für eine beliebige Farbe.

Und so würfelt und bewegt man sich mit seinem Charakter durch die einzelnen Szenarien. Dabei wird man durch das Szenariobuch sehr gut geführt und es bleiben nur selten Fragen offen. Es gibt immer Verweise auf das Regelbuch oder noch mal Hinweise auf die spezifischen Besonderheiten, die zu beachten sind (auch mittels QR-Code über ein Webseite möglich).

Hat man in einem Szenario eine Aufgabe geschafft oder gewisse Punkte erreicht, wird man mit einem Hinweistext auf das nächste Kapitel verwiesen.


Wie mir Stuffed Fables gefallen hat

Stuffed Fables ist genau das, was es sein will. Ein Dungeon Crawler, der schnell aufgebaut ist und der auch von Kindern und Heranwachsenden locker runtergespielt werden kann.

Stuffed Fables Stitch Plaid Hat Games

Stitch ist mit einem Bleistift bewaffnet

Die einzelnen Szenarien sind überschaubar in der Länge und können tatsächlich als eine Art Gute Nacht Geschichte gespielt werden.
Die Story ist allerdings auch ein wenig unheimlich – zumindest am Anfang, den ich ja nur gesehen habe, und es könnte sich ggf. nicht für allzu zarte Gemüter eignen. Das müssen die Eltern im Zweifel selbst entscheiden. Angegeben ist das Spiel ab 7 Jahren und ich denke, wenn ich mir anschaue, was die Kids in dem Alter teilweise schon spielen, sollte das m.E. kein Problem sein. Alleine spielen wird denke ich aber in dem Alter noch nichts, dafür sind die Regeln einfach doch wieder zu komplex.

Das Material ist gut und die Miniaturen sind einfach megaknuffig (da könnte ich mir sogar vorstellen, dass ich mir sie vielleicht bemale(n) lasse)).

Natürlich birgt das System mit dem Ziehen der Würfel zu Beginn des Spielzuges einige Probleme und wird hier und da sicherlich dazu führen, dass gewisse Aufgaben nicht geschafft werden. Aber die ersten Seiten ließen sich gut schaffen und darüber hinaus erschien es mir so, dass es immer einen zweiten Weg aus dem Szenario gibt und man nicht einfach von vorne beginnen muss.

Das System mit dem Buch ist schlichtweg genial und ich könnte mir vorstellen, dass das ein Startschuss für eine ganz neue Art von Spielbuch sein könnte.


Fazit zum Ersteindruck von Stuffed Fables

Stuffed Fables ist ein leicht zu erlernender und locker zu spielender Mini Dungeon Crawler, der sich mit Kindern und Heranwachsenden klasse spielen lässt. Das Würfelsystem ist recht schnell verinnerlicht und bereits ab dem zweiten Szenario bleiben kaum noch Fragen offen. Der Text zu den Stories ist relativ lang und deshalb ist auch eine deutsche Version Pflicht für alle, die das nicht simultan übersetzen wollen/können.

Ich wäre übrigens überrascht, wenn man das System nicht noch weiter ausbaut oder wenn sich sogar Fan-Content entwickeln würde.

Hier kann man sich einen Überblick über die englische Regel verschaffen…

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November 14th, 2017 by Dirk
Lesezeit: 1 Minute

Es gibt sie noch, die unglaublichen Geschichten. Die Geschichte der sieben Weltwunder ist so eine, beziehungsweise die der App-Entwicklung des Drafting-Spiels 7 Wonders. Schon vor Jahren wurde über das Erscheinen einer 7 Wonders App für das erstklassige Spiel aus der Feder von Antoine Bauza gemunkelt. Seit Jahren kursieren Gerüchte vom Erscheinungsdatum und angeblich gab es auch erste Beta-Tests. Und trotzdem erschien die App bisher nicht. BIS HEUTE!

Unglaublich, aber wahr: Ihr könnt euch als iPad Besitzer die App nun seit heute im iOS App-Store runterladen. Ich kann es noch gar nicht glauben. Wir wissen nicht, was daran so lange gedauert hat, denn das Spiel ist nicht komplexer als bspw. Terra Mystica, das deutlich schneller entwickelt wurde (in diesem Zusammenhang noch mal der Hinweis auf das Interview mit Alex von digidiced). Aber vielleicht wollte man ja einfach den siebten Geburtstag des Brettspiels abwarten. Ich freue mich auf jeden Fall sehr drüber und habe auch direkt die geforderten 5,49 Euro in den App-Store eingeworfen – aus meiner Sicht ein fairer Preis. Unten findet ihr ein paar erste Screenshots aus dem Spiel, um euch einen Eindruck zu vermitteln. Möglicherweise füge ich noch mal ein Video hinzu, wenn ich mich kurz in der App umgesehen habe.

Link zum iOS App-Store

7 Wonders App Eröffnungsbildschirm

Eröffnungsbildschirm der 7 Wonders App

7 Wonders App

Das Tutorial führt Neulinge in die 7 Wonders App ein

7 Wonders App

Die Karten werden in der App per Drag&Drop bewegt

7 Wonders App

Übersicht über eigene und gegnerische Städte In der 7 Wonders App

 

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Oktober 18th, 2017 by Dirk
Lesezeit: 1 Minute

Okay, der Name ist nicht ganz optimal gewählt, aber die Funktion ist der Kracher!

Mit Event Badger könnt ihr eure Spieleliste auf einer interaktive Karte der Essener Messehallen  anzeigen lassen. Wenn das mal nix ist…

Programmiert wurde die App von Niels Madan quasi als Hobby-Projekt. Er war es leid, Zettel und Listen aus den Taschen zu ziehen, die dann von Tag zu Tag unleserlicher wurden. Die App funktioniert ganz einfach: Zunächst mal die App laden und installieren (Die Links findet ihr unten). Dann könnt ihr die Liste der Neuheiten durchgehen, eure Favoriten festlegen und die ganzen Standpläne runterladen. So ist alles auch offline verfügbar. Sehr praktisch, wenn mal kein Netz da ist (soll ja gelgentlich vorkommen in Deutschland).

Die Daten stammen aus der BGG-Neuheitenliste und werden auch regelmäßig aktualisiert. Leider gibt es keine Integration der persönlichen Boardgamegeek-Listen. Ich habe Niels den dringenden Hinweis gegeben das noch nachzuholen, denn dann wäre die App perfekt. Aber auch so ist die App schon sehr nützlich. Wirklich klasse gemacht. Fehlt nurnoch die Indoor Navigation. 😉

Damit ihr euch einen besseren Eindruck machen könnt, habe ich einfach einen kleinen Screencast zu Event Badger gemacht.

Hier sind die Links zu den Apps in iOS und Android sowie zur Website und zu Facebook von Event Badger.

iPhone App im App Store

Android App im Google Play Store

Webseite: eventbadger.io

Facebook-Seite von Event Badger

 

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Schachtel von Arena for the Gods! Von iello
Oktober 17th, 2017 by Dirk
Lesezeit: 3 Minuten

„Nehmt euch in Acht! Gleich wird ausgeteilt! Auf meinem mächtigen Reittier und mit meiner scharfen Klinge werde ich euch alle vernichten!“ Großes Säbelrasseln wird heraufbeschworen beim Blick auf die Schachtel, Karten und Aufsteller von Arena for the Gods! von M. Rambourg. Das bei IELLO erschienene Spiel reiht sich ein in die Linie schön gestalteter Würfelspiele, macht spielerisch aber einiges anders als King of Tokyo und King of New York.

Zu Beginn des Spiels wird erst mal gedraftet. Ge-was-bittet? Gedraftet! Das heißt, jeder Spieler wählt sich reihum seine Ausrüstungskarten aus. Damit es „fair“ zugeht, muss man in jeder Runde Lebenspunkte opfern, wenn man als erstes auswählen möchte. Will man natürlich, kann man aber nicht, da die Lebenspunkte bei Arena for the Gods! auf 20 begrenzt sind. Je mehr ich am Anfang raushaue, desto weniger bleiben mir im Kampf in der Arena. So wählen wir Angriffswaffen, Verteidigungswaffen, ein Reitgefährt und mächtige Zauber aus – jeweils eine Karte. Und dann geht‘s los!
Reihum – Startspieler ist derjenige, der in der letzten Kartenverteilrunde als erstes gewählt hatte – wird mit sieben Würfeln gewürfelt. Die gewürfelten Symbole kann ich für Angriff, Verteidigung, Bewegung oder Zauber einsetzen oder eine meiner Karten (auch mehrfach) aktivieren. Einmal darf ich dabei eine beliebige Anzahl neu würfeln. So weit, so Kniffel – zumindest fast.
Die Arena ist zusätzlich gespickt mit Hindernissen – sehen aus wie aus einem Tower Defense Spiel – und Lebensquellen sowie Fallen. Durch Angreifen oder Stoßen kann ich meinen Gegnern Lebenspunkte entziehen und so versuchen als Spieler mit den meisten Lebenspunkten am Ende zu gewinnen. Das Spiel endet nämlich, wenn ein Spieler keine Lebenspunkte mehr hat und der Spieler mit den meisten Lebenspunkten gewinnt. Lebenspunkte sind dabei übrigens verdeckt hinter einem kleinen Sichtschirm – die sind echt klein.

Schachtel von Arena for the Gods! Von iello

Grafisch toll gestaltete Schachtel

Arena for the Gods! ist ein flottes Würfelspiel, das durch den Kniff am Spielende auch die Spieler begeistern könnte, die bisher bei King of Tokyo an der Stadtgrenze geblieben sind. Hier scheidet niemand aus und niemand muss auch nur 5 Minuten unbeteiligt zugucken. Das war ein häufiger Kritikpunkt an King of Tokyo.
Der Spielfluss von Arena for the Gods! ist extrem flott und gibt keine Rätsel auf. Schnell befindet man sich mittendrin im Kampf er Götter. Die variablen „Szenarien“ (a.k.a. Startaufstellungen) verändern die Arena je nach Spieleranzahl und bieten so auch noch ein wenig Abwechslung. Man kann sich natürlich auch selbst Szenarien überlegen. Das Spiel bietet aufgrund der variablen Arena-Fläche sehr viel Potenzial für künftige Erweiterung und Promos – von den möglichen neuen Ausrüstungskarten und Helden mal ganz abgesehen.
Grafisch ist Arena for the Gods! ein Eyecatcher par excellence! Sowas schaut man sich gerne an. Schachtel, Spielbrett, Pappkameraden und Karten sind fantastisch gestaltet und sprechen sofort an. Wirklich erste Sahne, was hier geboten wird.

Kritik gibt es aber auch zu üben, wenn auch spieltechnisch nur an der im Verhältnis zur Gesamtspieldauer etwas zu langen Drafting-Phase. Gerade Neulinge müssen sich viermal einen Überblick über je vier unterschiedliche Karten machen – das kann sich ziehen.

Abseits des spielerischen noch ein paar kleinere Kritikpunkte. Die Sichtschirme verbergen die Lebenspunkte zwar sehr gut vor den Blicken der Gegner, aber die von hinten aufgedruckte Würfelerklärung ist natürlich aufgrund der Schrägstellung kaum zu sehen. Vor allem die Größe macht es fast unmöglich die Kombinationen abzulesen. Wann werden die Redaktionen rund um den Globus endlich lernen, dass man Informationen in schräg stehenden Sichtschirmen nicht lesen kann ohne diese anzuheben? Nervt die das nicht beim Testen? Hier hätten sechs zusätzliche Karten mehr im Kartendeck besser geholfen den Überblick zu wahren.
Und dann mal wieder das Inlay. Irgendwie hätte ich mir gewünscht, dass man die Türme nicht jedes Mal wieder auseinander nehmen muss und alles zusammengebaut in das Inlay hineinpasst. Na gut, jammern auf hohem Niveau, aber vielleicht sind ja schon Promos und Erweiterungen geplant, die man schon berücksichtigt hat. Wie auch immer, diese Inlay-Sache ist irgendwie immer ein Problem.

FAZIT

Insgesamt schnürt IELLO hier mal wieder ein rundes Paket und man bekommt ein toll gestaltetes und locker zu spielendes, schnelles und kampforientiertes Würfelspiel. Ich bin gespannt, was da noch nachkommt. Sicherlich – entsprechenden Erfolg vorausgesetzt – nicht das letzte Mal, dass wir von der Arena for the Gods! hören.

Und wer sich das Ganze mal in bewegten Bildern ansehen möchte, der sei auf das kurze Video aus meiner Reihe Aufgemacht hingewiesen…

https://youtu.be/tNZ-fHaebuI 

Vielen Dank an Hutter Trade für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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Oktober 9th, 2017 by Dirk
Lesezeit: 3 Minuten

Merkwürdige Dinge gehen vor in der kleinen Stadt. Menschen verschwinden unter mysteriösen Umständen oder benehmen sich komisch. Irgendwas ist merkwürdig dieser Tage. Wir sollten dagegen ankämpfen und versuchen unsere Leute zu sichern, anstatt sie diesem mysteriösen Ding zu überlassen.

Zweiseitiges Schachtel-Cover von Inbetween

Stimmungsvolles zweiseitiges Schachtelcover

So in etwa ist die Hintergrundgeschichte, die sich Board&Dice, der kleine polnische Verlag, zu ihrem neuen Spiel ausgedacht hat. Erinnert nicht umsonst an die Netflix-Serie Stranger Things. Nach Pocket Mars kommt erneut ein kleines Spiel mit vielen Karten und ein paar Holzwürfeln zu mir ins Haus geflattert. Ein sehr weit entwickelter Prototyp, der sich schon wirklich gut spielen lässt.

InBetween ist ein Duell zwischen zwei Welten, der hiesigen und einer weiteren unbekannten Dimension, die die Bewohner in ihre Fänge ziehen möchte. Und so übernimmt ein Spieler die Rolle dieser unbekannten Kreatur, der andere spielt auf der Seite der Kleinstadt („The Town“), als was genau dort, wird jedoch nicht spezifiziert. Vielleicht so eine Art Gemeinschaftsgeist.

Zehn zufällig gezogene Bewohner werden in der Mitte ausgelegt. Jede einzelne Karte zeigt dabei denselben Charakter in der hiesigen und der anderen Dimension – zu Beginn jeweils abwechselnd. Zudem bekommt jeder Charakter einen Safety-Marker, der allerdings noch nicht auf der Karte platziert ist. Charaktere, deren Safety-Marker nicht auf der Karte liegen, sind nämlich „inbetween“, also zwischen den Welten, jedoch – erkennbar an der ausliegenden Seite der Karte – einer der beiden Welten eher zugewandt. Die Spieler erhalten weiterhin jeweils 5 Energiemarker und ziehen drei Handkarten von ihrem jeweiligen Nachziehstapel.

Spielfläche von Inbetween von board&diceJeder Spielzug gliedert sich in mehrere Phasen:
Zu Beginn seines Zuges kann ein Spieler einmalig im Spiel seine Aufmerksamkeitsaktion (Awreness Ability) durchführen, eine starke Sonderaktion, die man manchmal einfach benötigt, um nicht unterzugehen.
Danach wählt man eine von drei möglichen Aktionen: Spielt man eine Handkarte aus, kann man bei einer Person mit passendem Symbol (z.B. Sheriffstern, Kralle, Hände etc.) den Safety-Marker um eine Position bewegen. Ziel ist es nämlich, diesen bei drei Personen auf den Status „Safe“ (Town-Spieler) oder „Devoured“ (Kreatur-Spieler) zu bewegen. Zusätzlich kann man gegen Abgabe von Energie die Fähigkeit der ausgespielten Karte nutzen oder einen Gegenstand einsetzen (diese haben dauerhafte Effekte). Zwei weitere mögliche Aktionen sind Ausruhen (gibt Energie) und Vorbereiten (Handkarten ablegen und auf 5 aufziehen).
Die dritte Phase ist die Aufmerksamkeitsphase, in der man die Aufmerksamkeit einer Seite erhöhen kann. Steht der Zugmarker bspw. auf einem Town-Charakter, kann der Town-Spieler gegen Abgabe von Energie seine Auferksamkeit auf die nächste Stufe erhöhen. Ist dieser Charakter im Status Guarded oder Safe (bzw. Terrified oder Devoured), kann man noch die jeweilige Sonderfähigkeit des Charakters aktivieren. Gelingt es einem Spieler bei Stufe 6 zu landen, gewinnt er das Spiel sofort. Man sollte das also möglichst immer tun. 
Am Ende der Runde wird der Zugmarker einen Platz weiter bewegt und auf die andere Seite gedreht.

Gewinnen kann man durch das Sichern („Safe“) oder Verschlingen („Devoured“) von drei Charakteren sowie durch das Erreichen der Stufe 6 auf der Aufmerksamkeitsleiste.

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Da ist gleich klar, zu wem welcher Kartenstapel gehört.

Thematisch hat Board&Dice hier viel rausgeholt. Das Setting ist stimmungsvoll erzählt und auch der Mechanismus passt sehr gut dazu. Das ständige Hin- und Herbewegen der Safety-Marker auf den einzelnen Charakter-Karten symbolisiert das Tauziehen um den Verbleib in der jeweiligen Dimension sehr gut. Das Gameplay ist nach ein paar Runden eigentlich in Fleisch und Blut übergegangen, aber nicht sofort ab der ersten Runde eingängig. Zunächst erscheint der Mechanismus hier und da etwas sperrig. Bei der zweiten Partie geht es aber gleich rund und es gibt kaum noch Fragen. Meistens reicht dann die kleine Zug-Übersichtskarte als Unterstützung beim Spiel.
Die Anleitung könnte in meinen Augen etwas mehr auf den Punkt kommen. Da die Zugstruktur sehr klar ist, würde ich mir ein Flussdiagramm wünschen, dessen Pfad man einfach folgen kann (es wird generell einfach zu wenig mit Flussdiagrammen gearbeitet!).
Zu betonen ist noch das tolle Artwork, sowohl der Schachtel als auch der Karten. Das Thema wird durch die stimmungsvollen und teilweise unheilvollen Bilder toll transportiert. Da kommt richtig viel Atmosphäre auf. Dazu noch ein passender Soundtrack – Licht dämpfen ist wegen der kleinen Kartentexte eher nicht empfehlenswert – und man wird regelrecht in die Welt eingesaugt. Der Soundtrack von Stranger Things würde sich schon mal anbieten.

FF8A5840-EDEF-4677-AFFC-3239063F6824InBetween ist ein besonderes kleines Spielchen, das man auch gut im Urlaub spielen oder auf Reisen mitnehmen kann. Es ist zwar weit entfernt vom Standard-Reise- oder -Urlaubsspiel, thematisch sowie auch mechanisch, macht aber ja nix. 🙂 Mir gefällt dabei vor allem die tolle Verbindung aus Thema und Mechanik, die den „Struggle“ der beiden Welten toll transportiert.

Verlagsseite von Board&Dice

BGG-Seite zu InBetween…

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September 8th, 2017 by Dirk
Lesezeit: 1 Minute

„Wer will das überhaupt sehen?“
„Was haben wir getan?“

Fragen wie diese stellt man sich als selbstreflektierender Mensch, wenn man sich das erste selbstgedrehte Video ansieht.

„Und das sollen sich dann andere ansehen und sich davon unterhalten fühlen…?!“

Außerdem merkt man, wie verdammt viel Arbeit es ist sich so etwas auszudenken, zu filmen und dann auch noch zu schneiden (letzteres hat der Leif zum Glück größtenteils übernommen, ersteres haben wir schlichtweg einfach ignoriert).

Zusammen mit dem Leif von Leif & in Farbe habe ich mir nämlich Massive Darkness angesehen (…mit massiv vielen massiv unbemalten Miniaturen) und dann auch noch meinen Senf dazu gegeben. Dummerweise standen gaaaanz zufällig ein oder zwei Kameras rum und haben das dann auch noch aufgenommen. Und wenn das Filmmaterial schon mal da ist…

Ach so, und falls ihr das Gefühl habt, dass das alles etwas planlos ist…dann habt ihr absolut Recht! Denn wir haben uns ganz unvoreingenommen und ohne Plan hingesetzt und losgequatscht.

Beim nächsten Mal wird es wohl besser…oder noch schlimmer…zumindest mit Konzept…wahrscheinlich.

Und damit ihr auch ja dranbleibt gibt es am Ende auch noch Outtakes…und vielleicht unterhält es euch ja doch ein wenig. Und über Abos freuen sich sowohl Leif (der hat schon ein paar) als auch ich (habe nur eins…Danke, Herr Wagner 🙂 ). Bei mir im Kanal werden aber noch ein paar Sachen hinzukommen…bald…lasst euch überraschen und unterhalten…von Massive Darkness und unserer Pilotfolge (nur deshalb die Null, das hat nichts mit dem Unterhaltungswert zu tun…)

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