Juli 12th, 2017 by Dirk

Verdammt! Viel zu lange hat die Suche nach dem Steinelieferant gedauert. Und jetzt haben sich ihn die verdammten Mutanten unter den Nagel gerissen. Aber wir New Yorker sind ja nicht auf den Kopf gefallen! Heute Nacht plündern wir das Ding! Dann können sie sehen, wie sie an ihr Baumaterial kommen…

Postapokalyptische Welten. Mutanten und Cyborgs. In dieser Welt ist nichts mehr wie es mal war. Es zählt nur noch das Gesetz des Stärkeren. Und jede der vier Fraktionen strebt nach einem neuen Staat. Ignacy Trzewiczeks 51st State ist der Vorgänger von Imperial Settlers. Nach deren Erfolg wurde die postapokalyptische und dystopische Variante mit einem Master Set neu aufgelegt und gründlich überarbeitet. Zeit sich in die düsteren Niederungen zu begeben.

 

Wie es gespielt wird

Spielertableau und Material von 51st State

Am Anfang… – Spielertableau und Material von 51st State

51st State ist kartengetriebenes Spiel, bei dem die Spieler versuchen durch das Erobern von Orten ihre Handlungsmöglichkeiten zu erweitern und möglichst viele Siegpunkte zu erlangen. Hat ein Spieler die Marke von 25 Punkten erreicht, ist noch in dieser  Runde Schluss.
Jeder Spieler lenkt bei 51st State die Geschicke einer Fraktion. Um deren Einfluss zu erweitern werden aus der allgemeinen Auslage Karten aufgenommen und in die eigene Auslage integriert. Jede Runde läuft dabei in vier Phasen ab.

In der Kartenphase erhalten alle Spieler die Möglichkeit Karten aus der Auslage zu nehmen.
In der Produktionsphase erhält man alle produzierten Güter der eigenen Orte.
Die Aktionsphase ist die eigentliche Hauptphase jeder Runde. Hier kann man Orte errichten (durch Abgabe von sogenannten Kontaktplättchen in Abhängigkeit der Entfernung des zu errichtenden Ortes) oder umbauen (wodurch man potenziell wertlos gewordene Orte durch Abgabe eines Baustoffes günstig in höherwertige Orte umwandeln kann), einen Deal machen (wodurch man mehr Rohstoffe in der Produktionsphase erhält), Orte der Gegner plündern, Karten- oder Fraktionsaktionen aktivieren oder offene Produktionsstätten der Gegner nutzen. Man hat also viel zu tun, um seine Fraktion im Rennen um die Errichtung des 51st State in eine gute Position zu bringen.

Spielertableau

Gegen Ende hat man schon ein paar Orte erobert

Als letztes erfolgt dann noch die Aufräumphase, in der alles an Rohstoffen abgeräumt wird, was nicht irgendwo eingelagert werden konnte.
Hat ein Spieler die Marke von 25 Punkten erreicht, ist noch in dieser Schluss. Dann werden noch je Ort in der Auslage ein Siegpunkt zum aktuellen Punktestand hinzugezählt und der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Das Spiel kommt mit einem Grundset an Karten und bringt zusätzlich gleich zwei weitere Module mit, die man in das Grundset integrieren kann. So kann man die Variabilität deutlich erhöhen. So erklärt sich auch die Bezeichnung Masterset. Kürzlich erschienen ist zudem gerade die Erweiterung Die Sucher, die weitere Karten aber auch neue Spielelemente hinzufügt. Es wird also so schnell nicht langweilig – im 51st State…

 

 

Was uns gefallen hat

Ich mochte Imperial Settlers, thematisch fand ich es jedoch immer eine Spur zu niedlich. Deshalb war ich froh, als die Neuauflage von 51st State angekündigt wurde, war es doch der Vater des erfolgreichen Imperial Settlers und spielte in einer durchaus “erwachseneren” Welt. Und genau das holt mich persönlich deutlich mehr ab. Ich fühle mich an die Welten eines Philip K. Dick erinnert, der mit seinen Science Fiction Romanen und vor allem mit den Kurzgeschichten für die Vorlagen einiger der besten Sci-Fi-Filme aller Zeiten (bspw. Blade Runner, Total Recall und viele mehr) verantwortlich zeichnet.

Das Gameplay von 51st State ist eingängig und schnell erklärt. Mir gefällt auch, dass 51st State (gefühlt) wesentlich mehr Take-that-Elemente beinhaltet als Imperial Settlers. Das muss es auch, denn in der postapokalyptischen Welt wird schließlich nicht lange gefackelt, wenn man bestimmte Rohstoffe benötigt.

Die Anleitung ist klar und eindeutig geschrieben und hat mich sogar gut unterhalten. Mit einem Augenzwinkern wird beispielsweise darauf verwiesen, dass doch tatsächlich der Spieler mit den meisten Siegpunkten gewinnt. Zwischendrin fallen dann für eine Anleitung eines Brettspiels recht derbe Ausdrücke, die dem ein oder anderen vielleicht aufstoßen. Aber auch hier unterstützt das für mich die Atmosphäre des Spiels.

Die grafische Gestaltung erinnert an einen postapokalyptischen Comic á la DMZ und tut auch hier ihr übriges den Spieler in die postapokalyptische Welt zu ziehen. Für die grafische Gestaltung gibt es von mir ein Fleiß-Bienchen!

Fraktion der Mutanten bei 51st State

Fraktion der Mutanten

Die Materialqualität der Stanzteile ist sehr gut. Herausstellen möchte ich aber die Qualität der individuell gefertigten Meeple. Zahnräder und Benzinkanister – ich gebe zu, ich hatte meine Bedenken, ob die so gut gelingen können – sind von außerordentlicher Qualität. In meinem Set war nicht ein einziges schlecht gefertigtes Holzteil dabei. Nirgends war etwas abgebrochen, die Farbe war gleichmäßig verteilt – Brettspieler-Herz, was willst du mehr? 😉

Gut gefallen haben uns die unterschiedlichen Fraktionen, die sich auch tatsächlich unterschiedlich spielen und auch unterschiedlich gespielt werden wollen. Dazu noch die verschiedenen Kartendecks, die das Grundset ergänzen. Das erhöht die Variabilität und den Wiederspielreiz.

Und, heutzutage schon eher Pflicht denn Kür, einen Solo-Modus gibt es natürlich auch. Dieser simuliert einen virtuellen Gegner, der einem permanent in die Kandare fährt. Gut gemacht, aber am Ende auch hier “nur” eine Highscore-Jagd. Trotzdem aus meiner Sicht eine gute Umsetzung.

 

Was uns nicht gefallen hat

Des einen Freud ist des anderen Leid. Und so mag nicht jeder die Welt von 51st State – sei es die grafische Gestaltung oder die Sprache der Anleitung. Ich hatte damit kein Problem, der ein oder andere mag sich an der grundsätzlich gewaltbereit anmutenden Ausgestaltung jedoch stören.

Die Appalachische Föderation bei 51st State

Die Appalachische Föderation

Die Unterschiede zu Imperial Settlers sind mir zunächst kaum aufgefallen. Bis auf einen. Und den fand ich in der Tat schade. Die einzelnen Fraktionen haben hier kein eigenes Deck. Gerade das fand ich bei Imperial Settlers toll und es hätte auch bei 51st State funktionieren können, da auch hier unterschiedliche spezifische Kartendecks Sinn machen würden. Zudem erscheint mir 51st State sehr viel angriffslustiger. Vor allem das Plündern ist hier deutlich interessanter, als das Zerstören bei Imperial Settlers. Von Zeit zu Zeit ist man gezwungen den Gegner anzugreifen, damit er entweder nicht noch mächtiger wird oder man selbst einfach ein paar Rohstoffe abgreift, die man grade braucht.

Vor dem ersten Spiel ist es etwas schwierig einzuschätzen, wie sich die Fraktionen spielen, da alle etwas unterschiedlich ausgerichtet sind. Das muss man tatsächlich erfahren. Aber auch hier gilt: Nicht jeder will oder mag Asymmetrie in Brettspielen. Ich persönlich mag es, wenn man unterschiedliche Fraktionen auch unterschiedlich spielen muss.

 

Fazit

Ich mag 51st State persönlich lieber als Imperial Settlers, auch wenn letzteres eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Prinzips darstellt und durch die Fraktionsdecks sicherlich noch besser auf die Unterschiede der Fraktionen eingeht. Aber die Mad-Max-artige Welt gefällt mir so gut, dass mich das Spiel einfach in seinen Bann gezogen hat. Zudem sorgt das Fehlen der Fraktionsdecks für ein wenig mehr “Übersichtlichkeit”, da man schnell alle Karten kennt und so auch die anderen Fraktionen schneller kennenlernt. Apropos Fraktionen…ich würde mir wünschen, dass bald eine Erweiterung mit neuen Fraktionen erscheint. Die Welt von 51st State bietet noch so viel Potenzial neue Fraktionen zu entdecken und es würde mich doch arg wundern, wenn Ignazy da nicht noch ein paar Ideen hätte…

Erhältlich ist das Spiel im gut sortierten Fachhandel oder direkt im Webshop von Portal Games Deutschland.
Vielen Dank an Portal Games für die Bereitstellung des Rezesinonsexemplars.

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Alien Artifacts von Portal Games
April 3rd, 2017 by Dirk

Noch ein wenig Forschung, dann sind wir unbesiegbar und können wieder fremde Planeten entdecken und deren Bodenschätze zu unserem Vorteil nutzen. Kurze Zeit später erschüttert eine Explosion unser Frachtschiff. Ein Angriff unseres größten Widersachers! Wieder hat er uns eiskalt erwischt… Wir müssen vielleicht doch erst aufrüsten und dann forschen.


Startauslage von Alien Artifacts

Am Anfang sieht es noch mau aus…

Alien Artifacts ist das nächste Spiel von Portal Games, dem polnischen Verlag, der sich in den letzten Jahren mit Spielen wie Imperial Settlers oder Cry Havoc einen Namen gemacht hat. Alien Artifacts steht dabei ein wenig in der Tradition von Imperial Settlers, denn es ist auch kartengetrieben und die Karten werden im Verlauf des Spiels am Spielertableau angelegt. Das war es aber auch schon mit den “Gemeinsamkeiten”. Im Kern handelt es sich bei Alien Artifacts um eine Art 4X Spiel (eXploit, eXpand, eXplore, eXterminate), allerdings um ein extrem schnelles – quasi “4X auf Speed”.

Meine Flotte

Immerhin einen Destroyer habe ich noch erstanden…

Jeder Spieler beginnt mit einem einfachen Frachter und einem bereits zur Entdeckung bereitstehenden Planeten sowie vier Siegpunkte-Chips. In seinem Spielzug führt jeder Spieler genau eine Aktion aus. Dazu legt er in der Regel eine oder mehrere Handkarten ab oder nimmt gegen Abgabe von (Geld)Karten Forschungskarten auf die Hand. Mit den auf den Karten aufgedruckten Symbolen kann man dann dementsprechend an Technologie forschen, Planeten entdecken, Geld ansammeln, Schiffe aufrüsten und so weiter. Am Ende des Zuges zieht man dann wieder bis zum Handkartenlimit auf, kann aber zuvor noch entscheiden, ob man beliebig viele der verbliebenen Handkarten abwirft, um so an bessere Karten zu kommen. Ist der Nachziehkartenstapel ein paar mal durchgespielt, endet das Spiel sofort nach dem Zug, in dem die letzte Karte aufgenommen wurde.

Dann heißt es Punkte zählen. Diese bekommt man für entdeckte Planeten, gesammelte Siegpunkte-Chips und durch die entwickelten Technologien. Dabei gibt es bei den Technologien schöne Skaleneffekte. Habe ich in jeder Technologieart eine Karte liegen, gibt es für jede so vervollständigte Reihe drei Punkte. Innerhalb jeder Technologieart (z.B. “Expand”-Technologien), gibt die erste Karte einen Punkt, die zweite zwei Punkte, die dritte Karte drei Punkte und so weiter. Somit lassen sich durch geschicktes Forschen einige Punkte sammeln – von den Vorteilen, die diese Technologien dann liefern können, mal ganz abgesehen.

Endstand von Alien Artifacts

Der Endstand sieht schon besser aus – immerhin 19 Punkte

Bei der gespielten Version handelt es sich um einen sehr weit fortgeschrittenen Prototyp, deshalb sind alle Äußerungen von mir zunächst noch mit Vorsicht zu genießen, können sich doch im weitern Entwicklungsverlauf noch einige Änderungen ergeben.

Nichtsdestotrotz lässt sich schon jetzt sagen, dass Alien Artifacts ein wirklich tolles Spiel werden kann. Es hat ein enorm schnelles Gameplay mit so gut wie keiner Downtime (wir haben es zu viert gespielt) und man rast förmlich mit Lichtgeschwindigkeit durchs All und den Kartenstapel. Ich denke, dass geübte Spieler es schaffen können, eine Partie Alien Artifacts in dreißig Minuten zu absolvieren. Zudem hat das Spiel durch die möglichen Angriffe auf die einzelnen Spieler zwar eine gewisse Interaktion, diese ist aber nicht so gemein, dass man sich allzu sehr ärgert. Aber gerade an diesem Punkt des Kampfsystems könnten sich laut Benjamin Schönheiter, Verlagsleitung Deutschland von Portal Games, noch ein paar Details verändern um das Ganze abzurunden.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Spiel noch bis zur Veröffentlichung entwickeln wird und was sich im Detail noch ändern wird. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass es noch vor der Spiel’17 in Essen erscheinen soll, spätestens aber dann zur Messe. Ich drücke die Daumen, dass das alles klappt und freue mich schon auf die erste Partie mit “richtigem” Material.

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März 16th, 2017 by Dirk

Fünf Fälle gilt es für die angehenden bis zu vier Ermittler in Portal Games neuestem Werk zu lösen. Dabei steuern die Spieler zwischen einem oder fünf Ermittler durch einen der fünf Fälle. Diese können als große Kampagne oder jeweils einzeln gespielt werden. Mithilfe der ANTERES Datenbank können die Ermittler dann Verdächtige recherchieren, Protokolle einsehen und mehr. Dabei sind die Spieler frei, wie sie die Ressourcen nutzen und wie sie vorgehen wollen. Die Datenbank ANTERES ist dabei natürlich kein gedrucktes Buch, sondern eine „echte“ Datenbank, über die die Spieler Zugriff auf die Dokumente haben. Dabei wird ein internetfähiges Endgerät benötigt, um auf die Datenbank zuzugreifen.

Autor und Chef von Portal Games Ignacy Trzewiczek erklärt: “Das Durchbrechen der vierten Wand ist ein anerkanntes Stilmittel im Theater und mit Detective bringen wir dieses Stilmittel in die Welt der Brettspiele! Wir werden eine neue Stufe der Immersion erreichen: Die Spieler verkörpern nicht die Ermittler – sie sind die Ermittler. Dadurch können sie auf alle modernen Mittel der Ermittlung zugreifen: So kann man etwa auf Wikipedia zugreifen, um die Wahrheit einer Aussage eines Verdächtigen über ein Ereignis im 2. Weltkrieg zu recherchieren … Bei Portal wollen wir Brettspiele erfinden, die Geschichten erzählen und Detective wird eine ganz außergewöhnliche Geschichte erzählen!”

Und wieder verbindet sich Offline-Spiel mit Online-App – diesmal für ein Krimi-Rätsel. Klingt spannend und bei Portal Games erwarte eine Umsetzung auf hohem Niveau.

 

 

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August 29th, 2016 by Dirk

Portal Games aus Polen, u.a. bekannt für Neuroshima Hex, Imperial Settlers, Legacy, 51st State und andere hochwertige Spiele der letzten Jahre, wird nun nach Deutschland expandieren. Wurden die Spiele bisher über andere Verlage wie bspw. Pegasus Spiele lokalisiert, dürften die Spiele künftig selbst vertrieben werden – zumindest die, bei denen die Rechte nicht an andere Verlage vergeben sind.

Interessant dabei ist, dass die Leitung der deutschen Niederlassung von Benjamin Schönheiter übernommen wird. Benjamin Schönheiter dürfte vielen als Ben von SpieLama.de ein Begriff sein und war zuvor bei Pegasus Spiele beschäftigt. Portal Games wird ebenfalls in Friedberg (Hessen) ansässig sein, was vor dem Hintergrund der laufenden Kooperation zwischen Pegasus Spiele und Portal Games zunächst auch mal sinnvoll erscheint.

Für mich nährt das die Hoffnung, dass es die vermisste Erweiterung zu “Legacy” – “Five Tribes” – vielleicht doch noch auf deutsch geben wird. Wir sind gespannt wie sich das alles entwickeln wird.

Debuttieren wird die neue Niederlassung zunächst auf der diesjährigen Spiel in Essen.

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