Februar 9th, 2018 by Dirk

Ich fand es ja sofort sehr interessant vom Konzept her und habe mich schon länger mit dem Spiel auseinandergesetzt (siehe auch hier). Die Art des Storytellings mit einem Buch zum Durchspielen passt einfach perfekt zu diesem Mini Dungeon Crawler. Nun ist das Ganze bei Plaid Hat Games auf englisch erschienen, was sich für meine Zwecke bei einem solch storylastigen Spiel nicht wirklich eignet. Dennoch war ich natürlich neugierig und habe einen ersten Blick in die Schachtel geworfen und das Spiel angetestet. Meine allersten Eindrücke möchte ich mit euch ganz frisch teilen.


Wie Stuffed Fables gespielt wird

Zunächst beginnt man mit einem kurzen Regelstudium und dem Aufbau des Spiels. Dabei lernt man schon mal die einzelnen Elemente des Spiels und die Kartenarten sowie Charakter-Sheets kennen. Dann lernt man noch etwas über den grundsätzlichen Ablauf des Spielzugs und die grundsätzliche Funktion der einzelnen Aktionen. Anschließend stürzt man sich auch schon ins Abenteuer…

https://www.plaidhatgames.com/images/games/stuffed-fables/rules.pdf

Stuffed Fables Spielsituation Plaid Hat Games Wuerfelmagier Würfelmagier

Stehen auf Bücher – die Minitauren von Stuffed Fables

Stuffed Fables wird grundsätzlich von Würfeln angetrieben. Jede Würfelfarbe ist dabei einer bestimmten Aktion zugeordnet, kann aber auch universell für bspw. Bewegungen genutzt werden. Bestimmte Aktionen fordern allerdings bestimmte Würfelfarben.
Ein Spielzug beginnt stets damit, dass man aus dem schwarzen Beutel genau fünf Würfel zieht. Mit diesen bestreitet man dann seinen Spielzug.
Schwarze Würfel werden zur Seite gelegt, sie steuern, wann die Gegner erscheinen oder andere Ereignisse ausgelöst werden. Ist eine bestimmte Menge erreicht, agieren die Gegner auf dem Plan oder es passieren story-relevante Ereignisse.
Weiße Würfel ermöglichen ein Auffüllen der Lebenspunkte (Watte ist hierbei das Mittel Wahl, wenn man Lebenspunkte verloren hat oder welche dazu gewinnt).
Die restlichen gezogenen Würfel werden immer erst dann geworfen, wenn sie im Rahmen einer Aktion zum Einsatz kommen. Mögliche Aktionen sind bspw.:
Bewegen (mit jedem Würfel in Abhägigkeit der Augenzahl)
Suchen (gelber Würfel als Prüfwurf mindestens bestimmte Augenzahl zu erreichen)
Nahkampf/Fernkampf (roter/grüner Würfel als Prüfwurf um den Abwehr-Wert des Gegners zu übertreffen).

Darüber hinaus gibt es je nach Szenario noch verschiedene Möglichkeiten Würfel einzusetzen wie bspw. bei Skill-Würfen, bei denen man mit bestimmten Farben einen vorgegebenen Wert überschreiten muss. Rosa Würfel sind dabei stets ein Substitut für eine beliebige Farbe.

Und so würfelt und bewegt man sich mit seinem Charakter durch die einzelnen Szenarien. Dabei wird man durch das Szenariobuch sehr gut geführt und es bleiben nur selten Fragen offen. Es gibt immer Verweise auf das Regelbuch oder noch mal Hinweise auf die spezifischen Besonderheiten, die zu beachten sind (auch mittels QR-Code über ein Webseite möglich).

Hat man in einem Szenario eine Aufgabe geschafft oder gewisse Punkte erreicht, wird man mit einem Hinweistext auf das nächste Kapitel verwiesen.


Wie mir Stuffed Fables gefallen hat

Stuffed Fables ist genau das, was es sein will. Ein Dungeon Crawler, der schnell aufgebaut ist und der auch von Kindern und Heranwachsenden locker runtergespielt werden kann.

Stuffed Fables Stitch Plaid Hat Games

Stitch ist mit einem Bleistift bewaffnet

Die einzelnen Szenarien sind überschaubar in der Länge und können tatsächlich als eine Art Gute Nacht Geschichte gespielt werden.
Die Story ist allerdings auch ein wenig unheimlich – zumindest am Anfang, den ich ja nur gesehen habe, und es könnte sich ggf. nicht für allzu zarte Gemüter eignen. Das müssen die Eltern im Zweifel selbst entscheiden. Angegeben ist das Spiel ab 7 Jahren und ich denke, wenn ich mir anschaue, was die Kids in dem Alter teilweise schon spielen, sollte das m.E. kein Problem sein. Alleine spielen wird denke ich aber in dem Alter noch nichts, dafür sind die Regeln einfach doch wieder zu komplex.

Das Material ist gut und die Miniaturen sind einfach megaknuffig (da könnte ich mir sogar vorstellen, dass ich mir sie vielleicht bemale(n) lasse)).

Natürlich birgt das System mit dem Ziehen der Würfel zu Beginn des Spielzuges einige Probleme und wird hier und da sicherlich dazu führen, dass gewisse Aufgaben nicht geschafft werden. Aber die ersten Seiten ließen sich gut schaffen und darüber hinaus erschien es mir so, dass es immer einen zweiten Weg aus dem Szenario gibt und man nicht einfach von vorne beginnen muss.

Das System mit dem Buch ist schlichtweg genial und ich könnte mir vorstellen, dass das ein Startschuss für eine ganz neue Art von Spielbuch sein könnte.


Fazit zum Ersteindruck von Stuffed Fables

Stuffed Fables ist ein leicht zu erlernender und locker zu spielender Mini Dungeon Crawler, der sich mit Kindern und Heranwachsenden klasse spielen lässt. Das Würfelsystem ist recht schnell verinnerlicht und bereits ab dem zweiten Szenario bleiben kaum noch Fragen offen. Der Text zu den Stories ist relativ lang und deshalb ist auch eine deutsche Version Pflicht für alle, die das nicht simultan übersetzen wollen/können.

Ich wäre übrigens überrascht, wenn man das System nicht noch weiter ausbaut oder wenn sich sogar Fan-Content entwickeln würde.

Hier kann man sich einen Überblick über die englische Regel verschaffen…

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