September 8th, 2017 by Dirk

“Wer will das überhaupt sehen?”
“Was haben wir getan?”

Fragen wie diese stellt man sich als selbstreflektierender Mensch, wenn man sich das erste selbstgedrehte Video ansieht.

“Und das sollen sich dann andere ansehen und sich davon unterhalten fühlen…?!”

Außerdem merkt man, wie verdammt viel Arbeit es ist sich so etwas auszudenken, zu filmen und dann auch noch zu schneiden (letzteres hat der Leif zum Glück größtenteils übernommen, ersteres haben wir schlichtweg einfach ignoriert).

Zusammen mit dem Leif von Leif & in Farbe habe ich mir nämlich Massive Darkness angesehen (…mit massiv vielen massiv unbemalten Miniaturen) und dann auch noch meinen Senf dazu gegeben. Dummerweise standen gaaaanz zufällig ein oder zwei Kameras rum und haben das dann auch noch aufgenommen. Und wenn das Filmmaterial schon mal da ist…

Ach so, und falls ihr das Gefühl habt, dass das alles etwas planlos ist…dann habt ihr absolut Recht! Denn wir haben uns ganz unvoreingenommen und ohne Plan hingesetzt und losgequatscht.

Beim nächsten Mal wird es wohl besser…oder noch schlimmer…zumindest mit Konzept…wahrscheinlich.

Und damit ihr auch ja dranbleibt gibt es am Ende auch noch Outtakes…und vielleicht unterhält es euch ja doch ein wenig. Und über Abos freuen sich sowohl Leif (der hat schon ein paar) als auch ich (habe nur eins…Danke, Herr Wagner 🙂 ). Bei mir im Kanal werden aber noch ein paar Sachen hinzukommen…bald…lasst euch überraschen und unterhalten…von Massive Darkness und unserer Pilotfolge (nur deshalb die Null, das hat nichts mit dem Unterhaltungswert zu tun…)

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August 25th, 2017 by Dirk

Packshot SteamrollersTräxx kam mir sofort in den Sinn, als ich das Spielbrett von Steamrollers sah. Bei Träxx zeichnet man nach der Vorgabe von aufgedeckten Karten auf seinem Spielplan eine möglichst effiziente Linie von Farbe zu Farbe, um so möglichst viele Punkte zu erhalten.

Das Prinzip von Steamrollers ist mit diesem System vergleichbar, lediglich die Karten werden quasi durch Würfel ersetzt. Man wirft in seinem Zug alle Würfel und wählt einen weißen. Entweder man nutzt den schwarzen Würfel und zeichnet die gewürfelte Strecke auf seine bunte Landkarte oder – und das unterscheidet es von Träxx – man nutzt den weißen Würfel und liefert Waren über das Schienennetz aus. Dabei gibt die gewürfelte Zahl vor, von wo aus man die Waren-Würfel in die farblich zur Ware passende Region liefern muss. Zusätzlich kann man mit dem weißen Würfel seine Lok verbessern und die Waren so über längere Strecken ausliefern.

Animation Warenauslieferung bei Steamrollers von Flatlined Games

Waren ausliefern – so geht’s bei Steamrollers

Die Stretchgoals der Kampagne lassen mindestens zwei Erweiterungen (Coal- & Orders-Expansion) und noch einiges mehr – bisher noch geheimes – erwarten.

Schon die bisherigen Spiele von Flatlined Games haben mir gefallen und auch Steamrollers von Mark Gerrits spricht mich vom Mechanismus her an. Das in deutlich komplexeren Spielen wie Age of Steam, Railroads of the World oder den 18XX-Spielen verarbeitete Thema wird hier kräftig runtergebrochen und auf kleines und schnell zu erlernendes Spiel übertragen.

Spielaufbau Steamrollers von Flatlined Games

Spielaufbau

Die Optik ist mir allerdings ein wenig zu trocken und ich hätte mir hier mehr Detailverliebtheit gewünscht. Schade, denn der Illustrator ist ein belgischer Comic-Zeichner und auf dem Cover zeigt er was er kann, ein wirklich tolles, wenn auch stereotypisches, Bild. Benjamin Beneteau hat an einigen Euro-Comics mitgearbeitet, Michel Vaillant dürfte einigen bekannt sein (dort zeichnete er Autos und Hintergründe).

Interessant bei dieser Kampagne ist, dass das Spiel ein Jahr lang exklusiv für Kickstarter-Unterstützer sein soll. Allerdings wird es trotzdem über die Homepage des Verlages und ausgewählte Händler verkauft. Komische Exklusivität in meinen Augen, denn was ist exklusiv daran, wenn ausgewählte Händler es vertreiben? Welche Händler das sind ist auch noch vage und ich verstehe die selbst auferlegte Beschränkung nicht. Gerade als kleiner Verlag, der vielleicht ein tolles Spielkonzept in Händen hält, müsste ich doch großes Interesse daran haben, ein Spiel an möglichst viele Händler zu vertreiben. Womöglich der nächste Versuch marketingtechnisch mehr aus einer Corwdfunding-Kampagne herauszuholen. Ich hoffe, sie fallen damit nicht auf die Nase. Auf Nachfrage teilte mir Eric Hanuise von Flatlined Games mit, dass er bei Argo das Problem hatte, dass kaum ein Händler Interesse an einem noch unbekannten Indie-Verlag hatte. 

Wer mag wirft vorab einen Blick in die englischen Regeln.

Link zum Projekt (läuft noch bis Mitte/Ende September)…

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Mai 25th, 2017 by Dirk

Dieses Jahr geht es auf Kickstarter so richtig zur Sache. Dauernd gibt es interessante Veröffentlichungen und Mega-Kampagnen. Mit Rising Sun hat CMON (ehemals Cool Mini Or Not) einen Riesenerfolg (über 4 Millionen Dollar!) gelandet und die eine oder andere kleine Perle wurde auch realisiert. Ich freue mich beispielsweise auf das thematisch ungewöhnliche Dogs schon sehr. Und dann noch Food Truck Champion von Daily Magic Games, die bereits mit Villages of Valeria im letzten Jahr schon erfolgreich waren (Rezension folgt…). Und jetzt Kitchen Rush…

Artipia Games ist mit seinem neuen Küchenspiel Kitchen Rush live gegangen und präsentiert ein Spiel mit einem aufregendem Thema. Das Spiel erinnert mich ein bisschen an ältere Computerspiele bei denen man schnell die aufgegebenen Bestellungen der Gäste bedienen musste. Hier fallen mir Diner Dash oder dieses uralte Bierzapf-Spiel Tapper an. Gut ein wenig komplexer als letzteres sieht es schon aus und ich vermute, dass es sich auch eher nach Arbeit anfühlt. Die Sanduhren lassen nichts Gutes vermuten…

Kitchen-Rush simuliert die Aufregung und den Hochdruck unter dem in einer professionellen Küche gearbeitet werden muss durch einen innovativen Echtzeit-Arbeiter-Platzierung-Mechanismus. 1-4 Spieler arbeiten zusammen und versuchen, Aufträge schnell genug zu erfüllen, um genug Geld zu verdienen. Sie müssen versuchen, das Geschäft über 4 Runden á 4 Minuten am Laufen zu halten. Das Spiel bringt Spaß, Spannung und Hektik auf den Tisch und bietet ein genussvolles Mehrgangmenü für verschiedene Spielertypen.

Im Spiel verwenden Spieler Sanduhren als ihre Arbeiter und ordnen sie zu verschiedenen Aufgaben zu – Bestellungen aufnehmen, Gerichte kochen oder einkaufen gehen. Jeder Arbeiter, der auf einem Aktionsfeld platziert wurde, kann nicht an anderer Stelle verwendet werden, bevor der Sand in der Sanduhr abgelaufen ist. Jede einzelne Entscheidung ist wichtig, da die Zeit begrenzt ist.

Kitchen Rush ist von Dávid Turczi, u.a. bekannt für sein dystopisches Zeitreise-Spiel Anachrony (erschienen bei Mindclash Games).

Für mich ein interessant aussehendes Spiel an dem ich sehr interessiert bin. Simultan handeln, kooperativ, Zeitdruck – all das klingt nach einer stimmig thematischen Umsetzung. Die Kampagne ist gerade gestartet und das Spiel ist sehr hochwertig ausgestattet mit zahlreichen unterschiedlichen Nahrungsmittel-Token. Für 55$ kann man sich an der Entwicklung vorab beteiligen. Und wie immer bei Artipia Games kann man sich das Porto sparen, wenn man in Essen auf der Spielemesse teilnimmt und es dort mitnehmen möchte – vermutlich wird man es dann etwas eher in den Händen halten können als der Rest der Backer (war zumindest bei Fields of Green so…).

Hier geht es zur Kampagne…

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Mai 17th, 2017 by Dirk

The Manhattan Project und sein themenneutralerer Nachfolger The Manhattan Project: Energy Empire kann man durchaus als Erfolg des kleinen Verlages Minion Games bezeichnen. Beide wurden über Kickstarter vorfinanziert und vermarktet und Minion Games konnte insbesondere in den späteren Kampagnen gutes Geld einsammeln. Klingt der Unterstützungsbetrag des ersten Spiels von etwas mehr als 8.600 Dollar heutzutage nach einem Flop, muss man bedenken, dass Minion Games Kickstarter für die Finanzierung dieses Spiels bereits in 2011 nutzte. Eine Zeit, in der die Brettspielgemeinde der neuen Finanzierungsform Kickstarter kaum Aufmerksamkeit schenkte. Die weiteren Kampagnen sammelten dann wesentlich mehr Geld ein. Die Erweiterung, bei der man auch das Basisspiel erstehen konnte, sammelte im Jahr 2013 schon fast 39.000 Dollar ein, Energy Empire über 90.000 Dollar und das Chain Reaction Card Game aus dem Manhattan Project Universum in 2016 schon über 130.000 Dollar. Das zeigt auch sehr schön, wie die Bedeutung von Kickstarter sich in den letzten Jahren entwickelt hat, denn ein Millionenprojekt ist im Brettspielbereich schon lange keine Überraschung mehr. Nun aber zum Spiel selber…

In The Manhattan Project übernimmt jeder Spieler die Rolle einer Nation, die sich im kalten Krieg im Wettrüsten übt und zur größten Atommacht werden soll. Dabei handelt es sich um ein echtes Wettrennen, denn wer zuerst einen bestimmten Punktwert erreicht, gewinnt. Dabei kann der Gegner durch gezielte Angriffe sabotiert und zurückgeworfen werden. Im Kern ein klassisches Worker Placement Spiel, dessen Arbeiter sich jedoch verändern und weiterentwickeln lassen. Außerdem muss der Spieler sich in seinem Zug immer entscheiden: Möchte er Arbeiter einsetzen oder seine Arbeiterschaft komplett zurückholen und so besetzte Einsatzorte wieder verfügbar machen.

Thematisch war The Manhattan Project nicht jedermanns Geschmack und deshalb kam mit The Manhattan Project: Energy Empire ein im Kern ähnliches Spiel mit anderem Thema auf den Markt.

Nun hat Minion Games die Kickstarter Kampagne für den zweiten Teil von Manhattan Project mit dem Untertitel Minutes to Midnight gestartet.

Auch im zweiten Teil stehen wieder die Atommächte im Mittelpunkt. Allerdings befinden wir uns in der Zeit 20 Jahre nach der Erfindung der ersten Atombombe und der Zugang zu spaltbarem Material ist für die Atommächte kein Problem mehr. In The Manhattan Project: Minutes to Midnight dreht sich alles vielmehr um die Trägersysteme zu Wasser, zu Lande und in der Luft, die man benötigt, um möglichst schnell reagieren zu können. Nur wer es schafft hier die Nase vorn zu haben, kann das Spiel gewinnen.

Thematisch mag es den ein oder anderen hier gruseln, aber schon der erste Teil zeigte sehr plastisch auf, wie das Wettrennen der Atommächte damals in den Fünfziger- und Sechzigerjahren abgelaufen ist. Hier setzt der zweite Teil The Manhattan Project: Minutes to Midnight thematisch an und führt somit die Geschichte fort. Spielerisch in ähnlichem Gewand daherkommend, sind zwar die Aufgaben nicht dieselben, aber im Grunde ist es eine thematische Fortführung des ersten Teils. Mit $70 ist der Titel auch eher kostspielig und wenn man bedenkt, dass der erste Teil teilweise sehr günstig zu haben war, stellt sich mir zumindest die Frage, ob man das Geld schon investieren sollte. Grundsätzlich unterstützt man einen kleineren Verlag, der sicherlich auch mal grafisch einen eigenen Weg geht, was mir sehr gut gefällt. Am Ende ist es wie immer: Entscheiden müsst ihr, ob ihr investiert oder wartet. 😉

Einen besseren Überblick vom Spiel und Spielprinzip liefert das Video von Man vs. Meeple

Wer in die Regeln schauen mag, der folge diesem Link…

Hier geht es zur Kickstarter Seite und hier zur Seite von Minion Games.

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Mai 11th, 2017 by Dirk

Ich freue mich immer, wenn Brettspielfirmen es schaffen, interessante Projekte zu realisieren. Insbesondere freut es mich dann, wenn vermeintlich kleinere Firmen wie Horrible Games sich so vielleicht das “große Spiel” realisieren können, das sie schon immer herausbringen wollten. Zum Thema Crowdfunding hatte ich mich ja zusammen mit den Bretterwissern bereits ausreichend ausgelassen, deswegen lasse ich diesen Teil hier aus. Nur so viel: Genau solche Projekte wie Alone sind es, bei denen Kickstarter auch für etabliertere Firmen Sinn machen kann. Denn der Finanzierungsaufwand dürfte hierbei nicht unerheblich sein und kann eine kleine Firma an seine Grenzen bringen.

Artwork und 3D Modell der Miniatur - Horrible Games

Artwork und 3D Modell der Miniatur

Mit Alone von Horrible Games erblickt ein umgekehrter Dungeon Crawler das Licht des Tages – auch wenn es scheinbar recht dunkel zugeht auf dem Raumschiff. In verschiedenen Posts (hier, hier und hier) hatte ich bereits einiges zum Spiel geschrieben und auf der Seite von Horrible Games kann man sich zudem recht ausführlich informieren. Wie viele Dungeon Crawler liegt Alone mit $75 eher am oberen Ende der Preisskala. Dazu gibt es hier jedoch die Möglichkeit über ein Pledge Level der besonderen Art auch 3D Resin Teile statt der einzelnen Kartenteile zu erhalten. Das hebt das Spielgefühl sicher noch mal auf ein neues Level. Aber ist mir das $350 wert?! Das muss am Ende jeder selbst entscheiden. Billig ist die Herstellung solcher exklusiven Teile sicherlich nicht, aber man kann auch mit der “günstigen” Variante bestimmt genug Spaß haben. Wer das Geld hat, bekommt aber hier eine absolute Luxusversion des Spiels.

Drei der Bösewichte, die den Helden bedrohen... Horrible Games

Drei der Bösewichte, die den Helden bedrohen…

 

Die Kampagne ist mittlerweile finanziert, Alone kommt also zu ganz vielen Backern, die sich schon heute auf das Spiel freuen dürfen. Ich bin gespannt was da auf uns zukommt, da mich das Konzept des umgekehrten Dungeon Crawlers irgendwie interessiert. Vor allem interessiert mich, ob das Spielgefühl dabei so viel anders sein wird.

Die Kampagne läuft noch bis Ende Mai und auf der Website von Horrible Games findet ihr gaaaanz viel Details zu Alone. Oder eben auch bei Kickstarter

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April 24th, 2017 by Dirk

Das Spielprinzip klingt interessant (siehe hier), es gab erste Artworks (siehe hier) und das Pre-Marketing hat mir auch gefallen (siehe Twitter). Jetzt also noch der Trailer. Auch wenn man nicht viel sieht, ich bin interessiert!

Ein paar mehr Details liefert die Seite von Horrible Games, die einzelne Artikel rund um das Spiel zusammenfasst. Ich freue mich auf den 2. Mai und die Enthüllung der Kampagne…

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April 20th, 2017 by Dirk

rudy games hat es sich zur Aufgabe gemacht, Spiele zu entwickeln, die moderne Technologien und analoge Spiele integrieren und auf diese Weise Online- und Offline-Welt miteinander zu verbinden. Manfred Lamplmair hatte mir bereits Rede und Antwort gestanden und auch das Erstlingswerk LEADERS – A Combined Games hatten wir uns bereits genauer angesehen. Nun wurde mit Interaction ein gänzlich anderes Spiel vorgelegt und über die Crowdfunding Plattform Kickstarter Kapital zur Realisierung eingeworben.

Interaction verfolgt dabei eher einen Party- und Quizspiel-Ansatz. Dabei treten 2 bis 9 Spieler in fünf unterschiedlichen Kategorien miteinander an. Die Spieler werden dabei in den fünf unterschiedlichen Bereichen Wissen, Kreativität, Action, Social und Games auf die Probe gestellt. Die zum Spiel gehörende App soll die Spieler kennenlernen und die Spielaufgaben an die Interessen, das Alter und den Spielort automatisch anpassen.

Bei dieser Kampagne wird Kickstarter übrigens im eigentlichen Anwendungssinn – also Crowdfunding als Finanzierungsform – genutzt, denn rudy games ist wirklich ein Start-Up und bei der Realisierung des Spiels auch auf die Unterstützung der Backer angewiesen. Sicherlich ist auch der Marketingeffekt einer solchen Kampagne und die internationale Reichweite wichtig, aber eben nicht nur. Hier ist also tatsächlich mal möglich einer kleinen Firma unter die Arme zu greifen. Dafür wurde Kickstarter gemacht.

Im Video erfährt man noch ein wenig mehr zum Spiel und sieht auch schon ein wenig, wie die App funktioniert.

Und wer sich auch für das Team hinter Interaction interessiert, kann die Menschen hier in Augenschein nehmen.

Wer schnell ist, der ergattert noch eine Early Bird Version für 29,-, die allerdings nur bis zum 21. April 2017 zur Unterstützung bereit steht. Die gesamte Kampagne läuft bis zum 19. Mai 2017. Aktuell sind etwa 30% des Finanzierungsziels erreicht und somit stehen die Chancen ganz gut, das Finanzierungsziel zu erreichen. ich werde sicherlich auch noch mal genauer auf das Spiel drauf schauen… 😉

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März 8th, 2017 by Dirk

Der italienische Verlag Horrible Games ist mir zum ersten Mal aufgefallen bei Steam Park, dem wunderbar gestalteten und opulent ausgestatteten Würfelspiel rund um einnen Roboter-Vergnügungspark – mehr Spaß- und Taktik- als Strategiespiel. Auch Potion Explosion gefiel mir als Familienspiel gut und besitzt einen sehr hohen Aufforderungscharakter. Nun legt Horrible Games nach und startet bald eine Kickstarter-Kampagne für den asymmetrischen Dungeon Crawler Alone aus der Feder von Andrea Crespi und Lorenzo Silva, zwei der Autoren von Potion Explosion.
52A8CBBA-043D-4F69-8365-7306811E01FF-9654-000007468D019C9A_tmp Alone geht dabei einen etwas anderen Weg als andere Dungeon Crawler, schicken die Autoren hier nicht einen Overlord gegen mehrere Helden in den Dungeon, sondern lassen einen Helden durch unbekanntes Territorium irren. Bis zu drei Bösewichte versuchen ihm dabei das Leben schwer zu machen und ihn um die Ecke zu bringen. Je nach gewählter Seite ist die Erfahrung demnach eine komplett andere.

Der Held sieht die Karte dabei immer nur ausschnittsweise, eben soweit seine Taschenlampe reicht. Die Karte wird Stück für Stück enthüllt und die Handlungen und die Kommunikation der Bösewichte ermöglichen ihm durch Deduktion zu erahnen, wo sich Fallen oder ähnliches befindet. Und wer denkt, dass er sich jederzeit die Karte ansehen kann, der irrt. Denn nur die gerade sichtbaren Kartenteile befinden sich auf dem Tisch. Man muss sich also wirklich an die Karte erinnern. Klingt nach einem wirklich thematischen Mechanismus.

Die Bösewichte hingegen spielen hinter ihrem Sichtschirm ein vollkommen anderes Spiel. Sie planen die Ankunft von Kreaturen, platzieren Fallen oder manipulieren die Karte. Alles mit nur einem Ziel: Es dem Helden so schwer wie möglich zu machen und ihn um die Ecke zu bringen. Dabei müssen die Bösewichte kooperieren, dürfen dem Helden dabei aber nicht zu viele Informationen geben – denn der sitzt ja schließlich mit am Tisch und hört alies.

Das klingt für mich nach einem sehr schönen kleinen Twist im Genre der Dungeon Crawler und verbindet ein paar sehr interessante Mechanismen. Da die Spiele von Horrible Games bisher meistens auch optisch toll gestaltet waren, bin ich gespannt, was uns hier erwarten wird.

Horrible Games hat den Starttermin der Kickstarter-Kampagne nun auf den 2. Mai 2017 vorgezogen und kündigt bereits an, dass es Kickstarter Exclusives und interessante Stretch Goals geben wird. Ich denke, das ist der nächste Kickstarter an dem ich nicht vorbeigehen kann. Mehr Details werden dann in Kürze bekannt gegeben…

Hier geht es zur Mitteilung von Horrible Games (englisch)…

 


Quelle der Bilder: Horrible Games

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Januar 3rd, 2017 by Dirk

Exploding Kittens hat damals alle umgehauen. Fast 220.000 Menschen unterstützten ein simples Kartenspiel mit einem Millionenbetrag von 8.782.571 Dollar. Lange war es das erfolgreichste Brettspiel auf Kickstarter, sowohl vom Finanzierungsbetrag als auch von der Anzahl der Unterstützer.

Das ist nun vorbei – zumindest in Bezug auf die Höhe des Unterstützungsbetrags. Kingdom Death: Monster 1.5 hat mit seiner ultragehypten Kampagne fast neun Millionen Dollar eingesammelt und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Allerdings ist die Anzahl der Unterstützer wesentlich geringer. Kein Wunder bei dem geforderten Unterstützungsbetrag von mindestens 250 Dollar – ohne Versand! Damit hat man übrigens nicht mal das Komplettpaket und man kann bis zu zweitausend Dollar ausgeben, wenn man das ganz große Paket haben möchte. Man erhält dann eine riesige Anzahl Miniaturen, zig Erweiterungen sowie eine gigantisch große und schwere Kiste. Die Miniaturen sehen in der Tat beeindruckend aus und ich bin schon gespannt auf die ersten bemalten Exemplare. Dennoch stellt sich auch hier die Frage, inwiefern das Spiel trägt. Inwiefern der Preis für das Spiel gerechtfertigt ist, mag jeder selbst entscheiden, aber das sind aus meiner Sicht ganz neue Dimensionen in die man da vordringt. Sicherlich hat so mancher über die Zeit auch tausende von Dollars oder Euros in seine Warhammer Armee gesteckt, aber zumindest hat man das nach und nach und nicht auf einen Schlag investiert. Außerdem ist bei einem bestehenden Spielsystem mit etabliertem Verlag und großer Community das Risiko eines Griffs ins Klo deutlich geringer. Und auch nicht jeder war begeistert vom Spiel bisher – siehe youtube Kommentar von “Shut Up & Sit Down Review”. Sicherlich nur eine Meinung, aber gerade die kritischen Stimmen, machen mich bei so etwas nachdenklich…und das Spiel wirkt auf den ersten Blick wirklich etwas zu kompliziert und überproduziert.

Detailinformationen zum Spiel findet ihr auf der Kickstarter-Seite zur Kampagne. Ein paar Tage könntet ihr euch noch an der Kampagne beteiligen – das nötige Kleingeld vorausgesetzt. Außerdem ist es extrem anstrengend sich durch die lange Seite der Kampagne durchzuarbeiten und sich alle Optionen anzusehen. Für mich ist es insgesamt zu undurchsichtig und schwierig zu durchschauen, wie viel ich nun beitragen muss, um das zu bekommen was ich will – wenn ich es wollen würde. Ich bleibe hier zunächst staunender Beobachter.

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November 29th, 2016 by Dirk

Der griechische Verlag Artipia Games fiel auf der diesjährigen Spielemesse in Essen mit gleich zwei interessanten Publikationen auf. Neben dem bereits vorab mit positiven Rezensionen (u.a. von Cron von Hunter & Cron) bedachten Pursuit of Happiness, wurde auch die Kickstarter Version des Farm-Spiels Fields of Green ausgegeben – allerdings nur an die Unterstützer, die die “Essen-Pickup”-Option gewählt haben. Um diese sehr nah am Ende der Kickstarter-Aktion gelegene Terminplanung hinzubekommen, wurde das Spiel in einer lokalen Druckerei produziert und nach Essen gebracht. So konnte ich es bereits in Empfang nehmen und nun auch schon spielen. Sowohl Fields of Green als auch Pursuit of Happiness sind derzeit nur in englisch zu erhalten.


Wie es gespielt wird

Fields of Green basiert auf dem bereits länger bekannten und allseits gelobten Among the Stars. Aber wie wir wissen – spätestens jetzt wisst ihr es – sind Weltraum-Themen in der Spieleszene nicht bei allen wohl gelitten. Vor allem die weibliche Zielgruppe mag dann doch lieber realere Themen. Warum also nicht kurzerhand das Thema wechseln? Noch die entsprechend notwendigen Anpassungen an den Regeln vornehmen und fertig ist der Landwirtschaftsklon vom Weltraumspiel. Ganz so einfach wie es klingt war es wohl nicht 😉

Fields of Green ist zunächst mal ein Card Drafting Spiel, bei dem man einen Satz Karten erhält, eine Karte ausspielt und anschließend die restlichen Karten weitergibt. So weit, so klassisch. Allerdings gibt es bei Fields of Green vier unterschiedliche Kartentypen (Felder, Gebäude, Vieh, Anlagen) und jeder Spieler kann sich die sechs zu ziehenden Karten seines Satzes von den vier Stapeln beliebig zusammenstellen. Mindestens drei unterschiedliche Stapel müssen jedoch genutzt werden. Somit kann das Start-Set an Karten jedes Spielers sehr unterschiedlich ausfallen. Aber Fields of Green ist auch ein Tile-Laying-Spiel, denn beim Auslegen der einzelnen Karten kommt es auch noch darauf an, wie man diese auslegt, denn die einzelnen Karten haben teilweise Abhängigkeiten zu anderen Karten. Dabei spielt dann die Reichweite und damit die genaue Lage der Karten im eigenen Tableau eine wichtige Rolle

Am Anfang noch beschaulich...

Am Anfang noch beschaulich…

Alle Spieler starten zunächst mit einem Wasserturm und einem Silo. Letzteres dient zum Lagern von Getreide, Früchten und Gemüse, ersteres sorgt für die Versorgung der Felder mit Wasser.

Zu Beginn der “nur” vier Runden geht es noch recht beschaulich zu. Man baut ein Feld an oder eine kleinere Viehzucht auf und schon ist die erste Runde zu Ende. Sollte man mal Geld benötigen, kann man eine Karte abwerfen und erhält dafür 2 Geldstücke (bei Abgabe von zusätzlichen Getreidemarkern auch noch etwas mehr, bis zu maximal sechs Geldstücke). Am Ende der Runde gibt es eine Erntephase und man kann nacheinander entscheiden, wo man Wasser einsetzt und Nahrungsmittel erhält oder diese wieder verfüttert, um Geld zu erhalten. Hierbei muss man nicht nur aufpassen, dass man genug Wasser hat, sondern benötigt auch Lagerplatz für das gewonnene Getreide, denn ansonsten verfällt es.

Zu Beginn der neuen Runde werden erst mal der Wasser- und Kornspeicher etwas aufgefüllt und man erhält etwas Geld – wahrscheinlich irgendwelche Subventionen.

Insgesamt werden so vier Runde gespielt und je länger man spielt desto größer wird die eigene Farm und desto weniger Zeit und Muße hat man, um zu schauen, was der Nachbar so auf seiner Farm treibt.

Ernte steht bevorAm Ende der vierten Runde wird noch mal geerntet und anschließend mittels des kleinen Punkteblocks (sehr löblich diese Dreingabe!) die Punkte gezählt. Diese erhält man für eine Vielzahl von unterschiedlichen Segmenten. Einerseits für Geld (3:1), Nahrung (2:1) und verbrauchtes (!!!) Wasser (je leerem Wasserturm 1 Punkt). Die einzelnen Felder, Viecher und Anlagen bringen Punkte gemäß Angabe auf der Karte. Interessant sind die Gebäude, die Punkte für bestimmte andere Felder, Viecher oder bestimmte Gemüse, Frucht oder Anagen bringen. Zudem gibt es noch Ausstattungskarten, die man während des Spiels einsammeln kann, die auch am Ende des Spiels Punkte einbringen.

Schön ist, dass die Zwei-Spieler-Variante den Spielablauf etwas abändert und aus einem Deck von insgesamt zwölf Karten sechs als allgemeine Auslage aufgedeckt werden. Der Startspieler wählt zuerst eine aus, dann der andere Spieler. Danach wird die Reihe der Karten wieder auf sechs aufgefüllt und weiter ausgewählt – solange, bis alle Karten weg sind. In der folgenden Runde wechselt der Startspieler und das Ganze startet von vorn. Eine schöne Variation des Drafting-Mechanismus, um ihn auch für zwei Spieler umsetzen zu können.

 

Was uns gefallen hat

Die Grafik des Spiels ist wunderschön und zieht die Spieler richtig in die Landwirtschaftswelt hinein. Thematisch passend sind meistens die Effekte der Karten designt. Ein Beispiel dazu: Die Hasen werden im Laufe des Spiels immer mehr, fressen entsprechend mehr, liefern auf der anderen Seite einen höheren Ertrag (ja, Landwirtschaft ist mittlerweile auch nur noch Business…). Solche Sachen gefallen mir in Spielen immer ausgesprochen gut. Dafür gibt es einen Sonderpunkt…

Insgesamt ist das Gameplay sehr rund und schnell erlernt und hat man erst mal die Karten und Typografie drauf, geht es auch mit dem Drafting schnell zur Sache. Kennen alle Mitspieler das Spiel, dann bekommt man eine Partie zu viert sicher auch schon mal einer Stunde über die Bühne. Die Spielzeit wächst mit mehr Spielern ohnehin nicht unbedingt wesentlich an, da man ja viele Spielschritte parallel durchführen kann und auch dann maximal sechs Karten je Spieler ins Spiel kommen.

Das Material ist über jeden Zweifel erhaben. Die Ressourcenmarker sind wirklich schön und hochwertig hergestellt. Die Karten sind Industriestandard und die Pappteile sind sehr gut gefertigt. Allerdings gilt hierbei zu beachten, dass meine Version die Essen-Pickup-Version st, die in einem anderen Herstellungslauf produziert wurde.

Gut gefiel uns auch die leichte Mechanikveränderung im Zwei-Personen-Spiel, die das Drafting auch bei zwei Personen interessant hielt.

 

Was uns nicht gefallen hat

Drücken wir es mal so aus: Des einen Freud ist des anderen Leid. Mir fehlte manchmal etwas Interaktion mit dem Mitspieler am Tisch. Das dürfte einigen Menschen allerdings gut gefallen, die es eben gerade nicht mögen, wenn ihnen jemand ihre Pläne durchkreuzt und die lieber ihr Tableau möglichst gut und in Ruhe optimieren wollen. Aber vielleicht bringt die kleine Erweiterung “Events” noch mal etwas Schärfe ins Spiel, die hatten wir nämlich noch nicht ausprobiert.

Weiterhin ist es gegen Ende äußerst schwierig alles im Blick zu behalten. Den Überblick zu haben, welche Karte dem Mitspieler gegebenenfalls viel bringt, um genau diese dann gegen Geld zu “verbrennen”, wird im fortschreitenden Spiel immer schwieriger. Das ist aber auch irgendwie thematisch, denn je größer der eigene Betrieb wird, desto weniger Zeit bleibt für die Nachbarschaftsspionage.

Auch benötigt man ein wenig Zeit, die einzelnen Karten in den ersten Runden kennenzulernen. Je öfter man spielt, desto leichter fällt das dann jedoch.

 

Fazit

Fields of Green ist eine interessante Kombination aus Card-Drafting und Tile-Laying, die mit dem wunderschön gestalteten Landwirtschaftsthema überzeugen kann und thematisch toll designte Spielmechanismen kombiniert. Für mich ein kleiner Geheimtipp und ähnlich toll wie Pursuit of Happiness, wenn auch etwas bodenständiger und taktischer. Letzteres ist aber bei den meisten Card Drafting Spielen der Fall. Wer Interesse hat, kann das Spiel auf der Seite von Artipia Games noch vorbestellen. Vielleicht erscheint es ja auch auf deutsch beim Schwerkraft Verlag, der auch Among the Stars veröffentlicht hat. Wer jedoch sicher sein will, dass er auch mit eventuellen Erweiterungen versorgt wird (dafür bietet das Spiel noch ausreichend Potenzial) und die englische Sprache nicht scheut, sollte ruhig zum englischen Original greifen.


Quellen

Homepage Artipia Verlag
Boardgamegeek Seite
Runthrough von Rahdo

 

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