Category: First Look

Game of Thrones - Hand des Königs
August 16th, 2017 by Dirk

Game of Thrones ist eines der Themen, die im Moment gerne für Spiele gewählt werden – neben Wikingern und Zombies…und Zombie-Wikingern natürlich. So wurde beispielsweise gerade auch eine Catan Variante mit Game of Thrones Thema angekündigt.

Bei Game of Thrones – Hand des Königs handelt es sich um ein kleines Spiel für 2-4 Spieler, bei dem die Spieler um die Gunst der Häuser von Westeros buhlen, um sich in eine gute Position zu bringen und so zur Hand des Königs zu werden. Und wie in der Serie, die mal ein Buch war, bemächtigen wir uns dazu Varys, dem allgegenwärtigen und stets gutinformierten Flüsterer der Mächtigen. Bruno Cathala, mit Kingdomino gerade als Autor eines Spiel des Jahres geadelt, ist auch Autor dieses Spiels.

Wie es gespielt wird

Materialübersicht Game of Thrones - Die Hand des Königs

Die Materialien kommen gut geschützt und bereits in Druckverschlussbeuteln vorsortiert

Man könnte fast glauben, dass es sich um eine Memo-Variante handelt, wenn man den Spielbereich vorbereitet hat. Ist es aber nicht. Zunächst breitet man also die 35 Charakterkarten sowie die Varys-Karte in einem zufälligen 6×6 Felder umfassenden Raster auf dem Tisch aus. Neben dem Raster werden die Helferkarten und die Banner der Häuser bereitgelegt. Die Auslage stellt Königsmund mit seinen unterschiedlichen Häusern und Charakteren dar. Von den Helferkarten werden sechs Stück aufgedeckt. Die restlichen Helferkarten werden nicht benötigt.

Das Spiel ist eigentlich ganz einfach: Der aktive Spieler bewegt Varys orthogonal über das Feld nachdem er angekündigt hat, welchen Charakter er für sich gewinnen möchte. Anschließend wandert die Varys-Karte anstatt der Charakter-Karte in die entsprechende Position im Spielbereich und der Spieler legt die erhaltene Karte vor sich ab. Zusätzlich erhält er alle auf dem Weg dorthin überschrittenen Karten des Hauses des so gewonnenen Charakters. Hat er nun die meisten Karten eines Hauses, erhält er den entsprechenden Banner.

Spielbereich von Game of Thrones - Die Hand des Königs

Ende Gelände – Das Spiel endet, wenn Varys sich nicht mehr zu einer Person bewegen kann

Die Helferkarten sind das Salz in der Suppe. Man erhält sie, wenn man die letzte Karte eines Hauses aus dem Spielbereich nimmt – will man also möglichst oft tun. Eine der sechs offen ausliegenden Karten darf man sich nun aussuchen und sofort einsetzen. So kann man Mehrheiten verschieben oder auch eigene Mehrheiten ausbauen. Dabei sind die Helferkarten thematisch sehr schön an Game of Thrones angelehnt. Es wird gemeuchelt und verstohlen gestohlen und mancher Charakter ist so wertvoll, dass er einfach mal als zwei Starks zählt und nicht sterben kann – wer mag das wohl sein?

Das Spiel endet, wenn Varys sich nicht mehr bewegen kann. Es gewinnt der Spieler mit den meisten Bannern und er wird die Hand des Königs.

Krähenmarker für Dre- und Vierspielervariante von Game of Thrones - Die Hand des Königs

Die Krähenmarker kommen in der Variante für drei und vier Spieler zum Einsatz

Spielt man zu dritt oder zu viert, kommen zusätzlich die Krähenmarker ins Spiel. Legt man diesen ab (jeder erhält nur einen), kann man sich mit einem Gegner bzw. Team-Kollegen abstimmen. Im Spiel zu dritt spielt man dabei gegeneinander. Im Spiel zu viert bildet man zwei Teams, in denen die einzelnen Spieler zwar autark agieren, die Wertung jedoch dann gemeinsam je Team erfolgt. Hier gilt es Absprachen und Vereinbarungen zu treffen. Dafür hat man nach Abgabe eines Markers genau eine Minute Zeit und muss dazu (logischerweise) den Raum verlassen.

Lob & Kritik

Game of Thrones zieht als Thema natürlich erstmal. Und die die Grafik des Spiels ist meines Erachtens aus künstlerischen Aspekten heraus grandios umgesetzt. Hier hat sich jemand wirklich Mühe gegeben – Mihajlo Dimitrievski war es übrigens. Schließlich hätte man auch einfach fotorealistische Zeichnungen der Seriencharaktere anfertigen können. Aber der sehr eigenständige Comicstil, der sich auch nicht immer an das Aussehen der Serienschauspieler anlehnt, passt sehr gut zu diesem kleinen Spiel. Die Helferkarten greifen das Thema ebenfalls inhaltlich sehr gut auf. So sorgt der Helfer Hodor beispielsweise dafür, dass man die Karte von Bran Stark erhält. Das unterstützt das Thema des Spiels.

Auf der Habenseite steht zudem, dass es eigentlich in zwei Minuten erklärt ist und der Mechanismus schnell verstanden wird. Hier dürfte es bei den meisten Menschen keine Probleme geben. Zudem ist es sehr handlich und eignet sich auch sehr gut, um es in den Urlaub mitzunehmen oder um auf einer Kurzreise als lockere Unterhaltung zu dienen.

Banner von Game of Thrones - Die Hand des Königs

Die Banner sind aus dicker Pappe und schön illustriert

Die Helferkarten sind aus meiner Sicht leider etwas klein geraten und da keine Symbole, sondern ausschließlich Text zur Beschreibung des Effekts enthalten sind, muss man zunächst erst mal die sechs Karten lesen. Das gibt sich aber nach ein paar Partien und da die Karten ohnehin thematisch passgenau sind, sollte man nach zwei oder drei Partien in etwa wissen, was welche Karte tut.

Man hätte natürlich auch nahezu jedes andere Thema über den Mechanismus stülpen können, geht es doch nur um das Gewinnen von Mehrheiten. Einzig die Helferkarten vereinen hier Mechanismus und Thema.

Die Drei- bzw. Vier-Spieler-Variante ist sicherlich nicht jedermanns Sache und geheime Absprachen und Intrigen passen meiner Meinung nach nicht so gut zu dem kleinen und schnellen Grundmechanismus des Spiels. Es ist ein nettes Add-On und das Spiel wird dadurch auch etwas anders. Zu zweit funktioniert es meines Erachtens am besten und entfaltet die volle Duell-Wirkung von zwei Personen, die Hand des Königs werden wollen.

Und schön wäre es eigentlich auch gewesen, wenn man eine Varys-Figur statt der Varys-Karte gehabt hätte. Das hätte die Kosten mutmaßlich zu weit nach oben getrieben. Wäre aber schön gewesen…

Fazit

Game of Thrones – Die Hand des Königs zählt für mich zu den kleinen feinen Spielen, die man auch mal schnell in der Mittagspause auf einem kleineren (aber nicht zu kleinen) Tisch ausbreiten kann. Zwar auch zu dritt oder zu viert möglich, merkt man irgendwie jedoch, dass es eher als 2-Personen-Spiel entwickelt wurde. Für Game of Thrones Fans schon alleine wegen der Gestaltung ein Muss. Für alle, die ein kleines transportables 2-Personen-Spiel mit toller Grafik suchen durchaus einen Blick wert.

 

Posted in Kurzkritik Tagged with: , , , ,

Sagrada Schachtel
Juni 19th, 2017 by Dirk

Letztens hatte ich Gelegenheit ein Spiel zu spielen, dessen verpasster Kickstarter Kampagne ich wirklich mal hintertrauere. Das liegt einerseits an der Art des Spiels und andererseits an seiner Optik. Sagrada ist ein buntes Würfelspiel, bei dem man als Glaskünstler versucht eines der Fenster der Sagrada Familia zu errichten. Die einzelnen Glasfarben werden dabei durch verschiedenfarbige Würfel symbolisiert. Diese muss man clever in sein Fenster einpuzzeln. So weit, so einfach.

Das Spielertableau von Sagrada mit variablem Einschub

Das Spielertableau von Sagrada mit variablem Einschub

Zu Beginn eines Zuges wird die doppelte Anzahl Würfel geworfen wie Spieler mitspielen zuzüglich eines weiteren Würfels (mathematisch ausgedrückt: Spieleranzahl x 2 + 1). Die Würfel werden blind aus einem Beutel gezogen und in einen Gemeinschaftsvorrat gewürfelt (die Benutzung eines Würfeltabletts ist sehr zu empfehlen). Mit diesen Würfeln müssen nun alle reihum arbeiten. Der Startspieler wählt einen Würfel aus, dann der Spieler links von ihm und so weiter. Der letzte Spieler in der Reihe ist dann ein zweites Mal dran und dann geht es in umgekehrter Reihenfolge zurück zum Startspieler. Nun wäre es ein langweiliges Spiel, wenn man sich nicht vorher für eine Tafel hätte entscheiden müssen, die man im Verlauf des Spiels möglichst vollpuzzeln muss. Die Legeregeln machen das Ganze knifflig und sind das Salz in der Suppe. Es dürfen nämlich nie dieselbe Farbe oder dieselbe Ziffer direkt nebeneinander platziert werden (diagonal geht). Zudem hat jeder Spieler unterschiedliche Aufgaben auf seinem Tableau. Mal sind es bestimmte Farben, mal bestimmte Ziffern, die man auf ein Feld legen muss. Sind zehn Runden gespielt, wird abgerechnet. Punkte gibt es für öffentlich bekannte Aufgaben wie zum Beispiel das Puzzeln in diagonalen Reihen einer Farbe oder senkrechten Reihen unterschiedlicher Ziffern. Minuspunkte gibt es für nicht geschlossene Lücken im eigenen Tableau.

Sagrada mit vielen bunten Würfeln

Viele bunte Würfel…

Würfelspiele – man kann es fast erahnen – mag ich. So ist es kein Wunder, dass ich Sagrada genauso sehr mag wie das mechanisch ähnlich gelagerte Blueprints. Allerdings sieht Sagrada dazu noch fantastisch bunt aus und man denkt tatsächlich an einem der bunten Fenster mitzuarbeiten. Das Material mit den dicken Spielertableaus, in die die kleinen Fensterkärtchen geschoben werden, ist toll und die Würfel leuchten wie im spanischen Sonnenlicht gebadet. Der Glücksfaktor ist erstaunlich gering und die meisten “wertlosen” Würfel gingen auf meine eigenen Fehler zurück und nicht auf Würfelpech. Nichtsdestotrotz ist es ein Würfelspiel und das kann schon mal gegen einen laufen. Die kurze Spieldauer von etwa 20 Minuten erlaubt es aber, dass man schnell eine Revanche spielen kann.

Schade, dass es das Spiel (noch?) nicht offiziell in Deutschland gibt, denn das Porto für eine Übersee-Bestellung ist horrend hoch und hat mich letzendlich damals davon abgehalten es zu unterstützen. Ein Fehler, wie ich nach dem ersten Spiel feststellen musste. Ich hoffe aber inständig auf baldiges Erscheinen…

Posted in First Look, Rezensionen Tagged with: ,

Mai 4th, 2017 by Dirk

Als Terra Mystica Ende 2012 im noch jungen Feuerland Verlag erschien, rieben sich einige Spieler verwundert die Augen. So eine große Schachtel hatte man bis dahin selten gesehen – erst recht nicht so gut gefüllt. Denn selbst ohne die später erschienene Erweiterung Feuer & Eis füllte sich die Schachtel fast vollständig mit dem enthaltenen Material. Doch nicht nur die physischen Ausmaße waren schwergewichtig, auch spielerisch hatte und hat Terra Mystica einiges zu bieten und erfreut sich nach wie vor bei allen Spielern komplexer Spiele großer Beliebtheit. So wurde es auch zurecht mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnet, der sich in der Regel eher den Expertenspielen widmet. Ein solches Spiel in eine digitale Variante zu transferieren dürfte demnach keine leichte Aufgabe gewesen sein, wie Alexander Ommer im Rahmen des Interviews auch bestätigte. Nun ist die App also endlich erschienen und konnte in Augenschein genommen werden. Zeit für ein erstes Resümee.

Grundsätzlich bietet die App alles was man auch vom Brettspiel her kennt sOWiG einige spezifische Zusatzfeatures, die es natürlich nur bei digitalen Umsetzungen geben kann, wie einen Online-Modus oder ein interaktives Tutorial. Aber beginnen wir zunächst vorne. Startet man die App, öffnet sich das Menü, das an den Rändern die etwas zu blassen Auswalsymbole zeigt und in der Mitte die entsprechenden Optionen erscheinen lässt. Kennt man das Spiel nicht, sollte man sich auf jeden Fall das Tutorial ansehen, denn bei so einem komplexen Spiel ist es doch wichtig, sich gut zurechtzufinden. Einfach losspielen ist hier kaum möglich. Auch Kenner der analogen Urform sollten sich das Tutorial durchaus ansehen, denn anders als im Brettspiel, hat man nicht immer alles vor sich auf dem Tisch, sondern muss sich durch unterschiedliche Ansichten klicken, um die verschiedenen Elemente einzusehen.

Spielbrett von Terra Mystica

Das Spielbrett von Terra Mystica und die Übersichten der einzelnen Spieler

Spielt man alleine gegen den Computergegner, heute KI (Künstliche Intelligenz) genannt, kann man aus unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen wählen. Diese unterscheiden sich zunächst in der Zeit, die sie vor dem Zug “überlegen”. Allerdings ist schon zu sehen, dass auch schwerere KI-Gegner in Planung sind und in einem der nächsten Updates ausgeliefert werden könnten. Generell funktionieren die aktuellen Gegner schon recht gut und sind nicht einfach so nebenher zu schlagen, sondern man muss schon etwas aufpassen. Hier hat DIGIDICED scheinbar einiges an Aufwand reingesteckt, denn die Gegner scheinen recht optimal vorzugehen.

Menü zur Auswahl der Gunstplättchen

Die Auswahl der Gunstplättchen ist übersichtlich gestaltet und bietet Beschreibungen für jedes Plättchen an.

Während des Spiels kann man sich dann immer die einzelnen ausgewählten Aktionen noch mal ansehen und bekommt mit kurzen Texten gezeigt, was die Aktion bedeutet. Das erleichtert den Einstieg und ist auch für alte Hasen eine Erleichterung, da man nicht dauernd alle Rundenbonus- oder Gunstplättchen in einem Glossar nachlesen muss, sondern die entsprechende Erläuterung direkt angezeigt bekommt. Am Ende des Spiels gibt es die Abrechnung, die auch noch mal genau aufzeigt, in welchen Bereichen wie viele Punkte erzielt werden konnten.

Das Spiel ist mit stimmungsvoller Musik unterlegt und die schönen Animationen tragen zu einem tollen und stimmungsvollen Spielgefühl bei.

 

Was uns gefallen hat

Terra Mystica bleibt sich treu. Man erkennt das Spiel sofort wieder und Kenner finden sich relativ schnell zurecht. Die Grafik und die musikalische Untermalung sorgen für ein stimmungsvolles Spiel, das dem Brettspiel in wenig nachsteht – außer in der Haptik und der Interaktion am Tisch natürlich. Moderne Features wie ein Online-Modus und die Liga-Funktion ergänzen das Ganze wirklich klasse. Brettspiel-Apps haben darüber hinaus einen großen Vorteil gegenüber ihren analogen Eltern: Man kann Fehler relativ leicht ausmerzen oder auch neue Features relativ leicht an alle Nutzer verteilen. Dass das passieren wird, zeigen bereits die ersten Tage nach dem Release, denn wir sind mittlerweile in der Version 1.09. Und da die Erweiterung Feuer und Eis auch bereits angekündigt ist, denke ich, dass DIGIDICED nach dem Stress des ersten Release hier weiterhin nachlegen wird und uns weiterhin mit Verbesserungen und Optimierungen versorgen wird.

 

Was uns nicht gefallen hat

Die Umsetzung eines solch komplexen Spiels ist sicherlich eine Mammutaufgabe und bedarf einiges an Testaufwand. Und am Ende des Prozesses wird man immer wieder Fehler finden oder Punkte, die man verbessern möchte. So startete die App auch mit ein paar kleinen Unschärfen und Fehlern, die aber schnell behoben wurden.

Das Aktionsmenü von Terra Mystica

Das Aktionsmenü liefert sehr gute Beschreibungen für die einzelnen Aktionen.

Im Vergleich zu anderen Apps ist bei Terra Mystica die Einstiegshürde recht hoch. Schwierig fand ich zunächst, sich in den unterschiedlichen Screens zurechtzufinden. Denn man hat in seinem Zug einmal die Aktionsansicht, die die verfügbaren Aktionen aufzeigt, sieht währenddessen aber nicht das eigentliche Spielertableau oder das Spielbrett, was der Übersicht wenig zuträglich ist. Hier könnte man noch mal ein wenig an den Schaltern zwischen den einzelnen Screens arbeiten, denn diese waren für mich nicht gleich intuitiv in Fleisch und Blut übergangen und ich war ein paar mal im Menü verloren. Nach der ersten und zweiten Partie wurde es dann aber besser. Trotzdem sehe ich hier den meisten Optimierungsbedarf.

 

Fazit

Lange haben wir alle drauf gewartet und aus meiner Sicht wurden die Erwartungen voll erfüllt. Terra Mystica ist eines der besten Brettspiele der letzten Jahre und die App setzt das Ganze wirklich nahezu perfekt in die digitale Welt um. Auch wenn kleinere Optimierungen in der Nutzerführung sicherlich noch für eine weitere Steigerung des Spielspaßes dienen können, muss man vor dem Team rund um DIGIDICED den Hut ziehen. Hier wurde mit viel Herzblut und mit großem Aufwand eine tolle App realisiert, die momentan vielleicht mit zu den besten digitalen Brettspieladaptionen gehört. Sicherlich bewegt sich die App mit einem Preis von 10 Euro im oberen Preissegment, aber aufgrund der Komplexität des Spiels und der sehr aufwändigen Umsetzung finde ich diesen Preis durchaus gerechtfertigt. Ich bin gespannt auf die nächsten Projekte von DIGIDICED, denn Alex hatte im Interview ja schon ein paar dezente Hinweise gegeben.

 

Vielen Dank an DIGIDICED für die Bereitstellung der App.

Posted in First Look, Rezensionen Tagged with: , , ,

Alien Artifacts von Portal Games
April 3rd, 2017 by Dirk

Noch ein wenig Forschung, dann sind wir unbesiegbar und können wieder fremde Planeten entdecken und deren Bodenschätze zu unserem Vorteil nutzen. Kurze Zeit später erschüttert eine Explosion unser Frachtschiff. Ein Angriff unseres größten Widersachers! Wieder hat er uns eiskalt erwischt… Wir müssen vielleicht doch erst aufrüsten und dann forschen.


Startauslage von Alien Artifacts

Am Anfang sieht es noch mau aus…

Alien Artifacts ist das nächste Spiel von Portal Games, dem polnischen Verlag, der sich in den letzten Jahren mit Spielen wie Imperial Settlers oder Cry Havoc einen Namen gemacht hat. Alien Artifacts steht dabei ein wenig in der Tradition von Imperial Settlers, denn es ist auch kartengetrieben und die Karten werden im Verlauf des Spiels am Spielertableau angelegt. Das war es aber auch schon mit den “Gemeinsamkeiten”. Im Kern handelt es sich bei Alien Artifacts um eine Art 4X Spiel (eXploit, eXpand, eXplore, eXterminate), allerdings um ein extrem schnelles – quasi “4X auf Speed”.

Meine Flotte

Immerhin einen Destroyer habe ich noch erstanden…

Jeder Spieler beginnt mit einem einfachen Frachter und einem bereits zur Entdeckung bereitstehenden Planeten sowie vier Siegpunkte-Chips. In seinem Spielzug führt jeder Spieler genau eine Aktion aus. Dazu legt er in der Regel eine oder mehrere Handkarten ab oder nimmt gegen Abgabe von (Geld)Karten Forschungskarten auf die Hand. Mit den auf den Karten aufgedruckten Symbolen kann man dann dementsprechend an Technologie forschen, Planeten entdecken, Geld ansammeln, Schiffe aufrüsten und so weiter. Am Ende des Zuges zieht man dann wieder bis zum Handkartenlimit auf, kann aber zuvor noch entscheiden, ob man beliebig viele der verbliebenen Handkarten abwirft, um so an bessere Karten zu kommen. Ist der Nachziehkartenstapel ein paar mal durchgespielt, endet das Spiel sofort nach dem Zug, in dem die letzte Karte aufgenommen wurde.

Dann heißt es Punkte zählen. Diese bekommt man für entdeckte Planeten, gesammelte Siegpunkte-Chips und durch die entwickelten Technologien. Dabei gibt es bei den Technologien schöne Skaleneffekte. Habe ich in jeder Technologieart eine Karte liegen, gibt es für jede so vervollständigte Reihe drei Punkte. Innerhalb jeder Technologieart (z.B. “Expand”-Technologien), gibt die erste Karte einen Punkt, die zweite zwei Punkte, die dritte Karte drei Punkte und so weiter. Somit lassen sich durch geschicktes Forschen einige Punkte sammeln – von den Vorteilen, die diese Technologien dann liefern können, mal ganz abgesehen.

Endstand von Alien Artifacts

Der Endstand sieht schon besser aus – immerhin 19 Punkte

Bei der gespielten Version handelt es sich um einen sehr weit fortgeschrittenen Prototyp, deshalb sind alle Äußerungen von mir zunächst noch mit Vorsicht zu genießen, können sich doch im weitern Entwicklungsverlauf noch einige Änderungen ergeben.

Nichtsdestotrotz lässt sich schon jetzt sagen, dass Alien Artifacts ein wirklich tolles Spiel werden kann. Es hat ein enorm schnelles Gameplay mit so gut wie keiner Downtime (wir haben es zu viert gespielt) und man rast förmlich mit Lichtgeschwindigkeit durchs All und den Kartenstapel. Ich denke, dass geübte Spieler es schaffen können, eine Partie Alien Artifacts in dreißig Minuten zu absolvieren. Zudem hat das Spiel durch die möglichen Angriffe auf die einzelnen Spieler zwar eine gewisse Interaktion, diese ist aber nicht so gemein, dass man sich allzu sehr ärgert. Aber gerade an diesem Punkt des Kampfsystems könnten sich laut Benjamin Schönheiter, Verlagsleitung Deutschland von Portal Games, noch ein paar Details verändern um das Ganze abzurunden.

Ich bin sehr gespannt, wie sich das Spiel noch bis zur Veröffentlichung entwickeln wird und was sich im Detail noch ändern wird. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass es noch vor der Spiel’17 in Essen erscheinen soll, spätestens aber dann zur Messe. Ich drücke die Daumen, dass das alles klappt und freue mich schon auf die erste Partie mit “richtigem” Material.

Posted in First Look Tagged with: , ,